Berlin - Am Sonnabend, dem 5. Mai 2018, lud die Berliner Galerie Ars Pro Dono zur feierlichen Eröffnung ihrer Jahreshauptveranstaltung, des „Dennitsa“ („Morgenröte“) betitelten 2. Festivals der Kunst aus dem postsowjetischen Raum. Nahezu 150 Werke von insgesamt 46 Künstlern, u.a. aus Rußland, Belarus, Georgien, der Ukraine und Kasachstan waren zu besichtigen; dazu gab es ein kleines Programm, von welchem wir hier Bericht erstatten.

Durch dieses führte der Galerist Herr Alexej Schreiner. Es begann mit einer dem Thema sehr angemessenen Einführungsrede der Berliner Abgeordneten Frau Clara West, anschließend gab es einen von der Tochter des Ehepaares Schreiner aufgeführten georgischen Volkstanz. Musik war auch jeweils zwischen den verschiedenen Programmpunkten zu hören; verantwortlich für diese war das Duo Faller, welches auf Domra und Knopfakkordeon folkloristische und klassische Stücke aus dem Osten Europas zum Besten gab, ergänzt durch Alexander Steinbrecher am Gesang.

Der nächste Punkt war die Verleihung einer Reihe von Preisen für die verschiedenen Sparten der bildenden Kunst (Malerei, Grafik, angewandte Kunst und Bildhauerei); den ersten Platz in der Malerei dieses von einer internationalen Jury aus Kunstfachleuten vergebenen Preises gewann mit Recht der Georgier David Popiashvili, welcher einen ganz eigenen, auf Volkskunst und Ikonenmalerei basierenden, seelenvollen Stil entwickelt hat. Den zweiten Platz in der Kategorie Malerei erhielt Georgi Revazishvili,ebenfalls ein Georgier.

Der erste Platz in der Sparte Grafik ging an Aslanbek Dziov aus Rußland, zweiter wurde der Ukrainer Ruslan Romanishyn. In der Sparte Bildhauerei wurde der Tuwaner Alexander Baranmaa mit seinen folkloristisch inspirierten Skulpturen ausgezeichnet; Sieger in der angewandten Kunst wurde der bulgarische Keramikmeister Jordan Majlekov. Die mit Geldbeträgen verbundenen Preise wurden von der Galerie gestiftet.

Ergänzend dazu soll an einen der vertretenen Künstler ein Publikumspreis verliehen werden, wozu die Besucher der Galerie oder derer Facebook-Seite noch bis zum 30. Juni das ihnen am meisten zusagende Werk auswählen dürfen; der als Sieger hervorgehende Künstler soll mit einer Einzelausstellung im Jahr 2019 belohnt werden.

In einer Verlosung wurden Kunstwerke verschiedener Preisklassen an ihre neuen Besitzer gebracht; die Nicht-Hauptgewinner wurden mit georgischem Wein entschädigt. Gleichzeitig malten drei Künstler der Galerie, namentlich Natalia Popovich, Vertreterin einer herrlich leuchtenden Pleinairmalerei aus Wladiwostok, Sergey Garkavij und Helena-Alexandra Reut auf dem Trottoir vor der Galerie ihre Werke. Ein bei dieser Gelegenheit entstandenes sehr schönes, verhaltenes Stilleben von Helena-Alexandra Reut wurde in einer Blitzauktion verkauft.

Weitere Künstler seien erwähnt; dabei sindauch die Weißrussin Elena Tolobova (deren melancholisch-entrückt wirkende Arbeiten im Juli in einer Ausstellung am gleichen Ort zu sehen sein werden), Igur Obuhov (der Mann von Natalia Popovich) mit seinen liebevoll-kindlichen Emaillearbeiten, der ukrainische Maler Leonid Bagry und der russische Maler Sergey Merenkov mit seinen humorvollen Gemälden, usw., usf..

Insgesamt läßt sich feststellen, daß die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion in jedem Fall mit einer große Zahl interessanter Künstler aufwarten können, wobei „Dennitsa“ einen kleinen Einblick bietet, in verschiedensten Stilrichtungen der Moderne – wünschenswert für die Zukunft vielleicht, wenn auch hin und wieder Arbeiten von Künstlern der in Osteuropa immer noch in höchster Vollendung ausgeübten romantischen und realistischen Schule ihren Weg hierher fänden, um dem deutschen Kunstpublikum zu zeigen, daß auch diese Strömungen mit gutem Recht weiterhin bestehen. Die unter „Dennitsa“ versammelten Werke werden in der Galerie Ars Pro Dono noch bis zum 30. Juni zu besichtigen sein. Kontakt: Galerie Ars Pro Dono, Prenzlauer Allee 191, 10405 Berlin. Tel. 030/66868136.

 

Verweise:

http://www.arsprodono.de/?language=de
https://www.facebook.com/arsprodono/

Dennitsa - 2. Festival der Kunst aus dem postsowjetischen Raum in Berlin https://art-depesche.de/images/IMG_0471.JPG Ruedi Strese
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