static-aside-menu-toggler
gkSearch
Simone Miksch "Lichtung" (Acryl auf Leinwand, 100x70) | © und Quelle: Simone Miksch

Berlin - Manchmal finden sich kleine Perlen im Verborgenen. Nur durch einen persönlichen Hinweis wurden wir auf das Werk von Simone Miksch aufmerksam, welches durch seinen eigenwilligen und doch vielseitigen, zurückhaltenden Charakter unseren Gefallen fand. Es gelang uns, von der Künstlerin Antworten auf einige Fragen zu bekommen.

ART DEPESCHE: Ihre Arbeiten zeigen eine breite Spanne an Themen, es finden sich Stilleben, Landschaftsbilder und Portraits, es gibt Gegenständliches und Abstraktes. Absichtlich möchten Sie sich nicht festlegen. Gibt es dennoch einen persönlichen „roten Faden“?

Simone Miksch: Ja, den gibt es schon. Wenn man genau die Bilder betrachtet so wird man feststellen, daß man den - oder besser gesagt: meinen - Lebensweg sieht. Auf fast allen Bildern erkennt man einen Weg und dieser führt zum Licht.... manchmal durch einen ganz geraden Weg, durch Regen, durch Sonne, durch die Dunkelheit...

Je nachdem, wie (mit welcher Technik) ich gerade welche Stimmung dargestellt habe, wird man sehen wie es mir gerade dabei ging.

ART DEPESCHE: Sie arbeiten mit verschiedensten Techniken und Materialien, von Tusche, Kreide oder Bleizeichnungen über Aquarell, Acryl bis zu Öl - den Schwerpunkt scheinen mir jedoch Pastelle und Acryl-Spachtelarbeiten zu bilden. Was ist der besondere Reiz dieser Techniken?

Simone Miksch: Ich mag die Abwechslung. Kein Tag ist wie der andere. Und so sind auch meine Bilder. Dies drückt sich durch die jeweiligen Farben, das Motiv oder auch die Technik aus.

ART DEPESCHE: Wie ist Ihre Vorgehensweise bei den Landschaftsgemälden, und wie ist Ihr Verhältnis als Künstlerin zu der Landschaft, die Sie abbilden? Woraus setzt sich das Ergebnis zusammen?

Simone Miksch: Ich verbinde persönliche Erinnerungen mit fast allen meinen Motiven. Deshalb fällt es mir auch sehr schwer, mich von Bildern zu trennen. Die Bilder sind aber nie eine fotorealistische Wiedergabe des Gesehenen.

ART DEPESCHE: Sie kommen aus Thüringen, aus der ehemaligen DDR. Insofern sie etwas dazu sagen können: Wie unterschieden sich die Möglichkeiten für Kunstschaffende damals und heute?

Simone Miksch: Die Zeiten der DDR sind lange vorbei. Dennoch kann ich sagen, daß es damals viel schwerer war, eine berufliche Zukunft als Künstler aufzubauen. Man mußte sich schon sehr den Vorgaben der "Obrigkeit" anpassen, um überhaupt eine Anerkennung als Künstler zu bekommen. War man nicht so angepaßt, so hatte man doch mit erheblichen beruflichen und persönlichen Einschränkungen zu rechnen. Das hat sich doch jetzt grundlegend geändert. Heute steht jedem die Wahl eines Studiums der Künste frei.

ART DEPESCHE: Sie hatten bereits in sehr frühen Jahren Unterricht bei Werner Schubert-Deister. Haben Sie besondere Erinnerungen an ihn als Lehrer und Mensch?

Simone Miksch: Ich war damals noch sehr jung und es ist auch lange her. Dennoch sind mir einige für mich auch heute noch wichtige Grundlagen im Gedächtnis geblieben.

Er hat mir gezeigt, daß man auch gut über Grenzen hinaus malen kann. UND man kann immer und mit allem malen. Man braucht nicht nur immer Pinsel und Leinwand. Es reicht ein alter Wischlappen oder ein kleiner Zweig und Tusche... Kurz gesagt: er hat mir den Blick für die Möglichkeiten geöffnet... Was für mich, rückblickend betrachtet, ganz entscheidend ist. Dies konnte ich auf mein ganzes Leben beziehen und nicht nur auf die Malerei.

Er als Person ist mir als ein strenger, unangepaßter und nachdenklicher, vielleicht auch eigenwilliger Mensch in Erinnerung geblieben.

ART DEPESCHE: Sicher gibt es einige Künstler, die Sie besonders schätzen und die Sie inspiriert haben...

Simone Miksch: Ich finde u.a. Igor Saharov sehr gut. Ich mag sehr die neueren russischen Künstler.

ART DEPESCHE: Im Netz waren leider keine Verweise zu finden, wo der Kunstinteressierte einen Blick auf Ihre Arbeiten werfen kann. Wo gibt es diese Möglichkeit? Wie sind Sie am besten zu kontaktieren?

Simone Miksch: Ja, das ist derzeitig noch ein kleines Problem. Meine Bilder findet man derzeitig auf meiner Facebook-Seite oder auf Anfrage. Eine Internetseite ist derzeitig noch in Arbeit.

 

zur Person:

Simone Miksch wurde 1967 als Simonè Sourisseau in Friedrichroda (Thüringen) geboren. Früh wurde ihr malerisches Talent entdeckt, Ende der 70er Jahre erhielt sie Unterricht bei dem Maler und Bildhauer Werner Schubert-Deister. Als technische Zeichnerin für  Maschinenbau, Hoch –und Tiefbau sowie Architektur und später zweifache Mutter blieb der Kunst die Freizeit vorbehalten. Eine chronische Erkrankung führte ab 2005 zur Berufsunfähigkeit, gab jedoch der Malerei wieder vermehrten Raum und Simone Miksch besuchte verschiedene Malschulen, so daß sie insgesamt 13 Semester Kunstunterricht hatte, wenn auch Kunststudium im engeren Sinne. Es gab eine Ausstellung in Deutschland, überdies fanden sich Liebhaber ihrer Bilder auch in Schweden und Finnland.

 

Verweise:

http://schubert-deister.de
https://www.facebook.com/profile.php?id=100005382317200

Der Weg zum Licht - Die Malerin Simone Miksch https://art-depesche.de/images/Lichtung.jpg Ruedi Strese