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Christen Købke „Herbstmorgen am Sortedam-See“ (Öl auf Leinwand, 1838)

Frankfurt am Main - Wie die niederländische, so hatte auch die dänische Malerei ihr „Goldenes Zeitalter“; allerdings lagen zwischen dem Ende des einen und dem Beginn des anderen etwa 100 Jahre. Von 1800 bis 1850 währte die Phase der dänischen Kulturblüte, und zu den bedeutendsten Malern dieser Epoche ist ohne Zweifel der Kopenhagener Christen Købke zu zählen.

Geboren wurde der Bäckerssohn (vollständiger Name: Christen Schjellerup Købke) 1810 in Kopenhagen. Im Alter von 11 Jahren litt er an rheumatischem Fieber, und wie bei so manchem Künstler bedeutete die Erkrankung den Urgrund einer erfolgreichen Karriere, denn während der Genesungsphase zeichnete er ausgiebig und beschloß, Maler zu werden.

Dem Entschluß folgten sehr bald Taten: schon 1822, im Alter von nur 12 Jahren, begann er sein Studium an der Königlich-Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen. Er besuchte zunächst die Zeichenklasse, später lernte er im Atelier Christian August Lorentzens und nach dessen Tod 1828 bei Christoffer Wilhelm Eckersberg, der mit seinem Ansatz der genauen Naturbeobachtung und technischen Perfektion einen starken und förderlichen Einfluß auf seinen Schüler hatte.

Werke von 1829 zeigen bereits einen reifen Künstler, und 1831 reichte es zur kleinen Silbermedaille der Akademie (1833 schließlich zur großen). Bis 1833 lebte er mit seinen Eltern im Bereich des Kopenhagener Kastells, den er in zahlreichen seiner Gemälde festhielt. 1834 zog die Familie aus der Festung in das Gebiet der Kopenhagener Seen; die weitere Landschaft schlug sich auch in Købkes nun häufiger großformatiger Malerei nieder. Geistig wurden der Einfluß der dänischen Nationalromantik und ihres Kunsthistorikers Niels Lauritz Høyen für einige Zeit prägend.

Die nationalromantische Gesinnung hinderte ihn indes nicht, der damals verbreiteten Italiensehnsucht in Gestalt einer langen Reise (1838-40) Tribut zu zollen (wobei er vorher noch Dresden und München einen Besuch abstattete). In Italien traf er sich mit einigen anderen dänischen Künstlern wie seinem Schwager, dem Bildhauer Christopher Krohn, und Constantin Hansen, zeichnete und malte häufig im Freien.

Nach seiner Rückkehr nach Dänemark 1840 schuf er mit Vorliebe großformatige Landschaften, welche Skizzen aus seiner Zeit in Italien zur Grundlage hatten, allerdings fanden diese nur mäßigen Anklang. Allgemein hielt sich sein Ruhm zu Lebzeiten in Grenzen. Er erlag 1848, gerade 37 Jahre alt, in Kopenhagen einer Lungenentzündung. Heutzutage gelten allerdings insbesondere seine Landschaften, Porträts, Architektur- und Genrebilder aus den frühen und mittleren 1830er Jahren als Glanzstücke der dänischen Nationalromantik, bestimmt von höchster Detailgenauigkeit, meisterlicher Handhabung der Farbgebung und der Lichtverhältnisse und ausgewogener Komposition.

 

Verweise:

https://www.independent.co.uk/arts-entertainment/art/features/christen-k248bke-great-dane-1922238.html?action=Gallery&ino=3
https://www.youtube.com/watch?v=rISYIRQ-waI
https://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=1678
http://www.smk.dk/udforsk-kunsten/hos-konservatoren/bevaringshistorier/christen-koebke/

Der dänische Nationalromantiker Christen Købke https://art-depesche.de/images/Christen_Kbke_-_Autumn_Morning_on_Lake_Sortedam.jpg Ruedi Strese