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Hermann Ottomar Herzog „Küstenlandschaft mit Fischern“ (Öl auf Leinwand)

Düsseldorf - Der Einfluß der Düsseldorfer Schule auf die Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert war gewaltig und reichte weit über Deutschland hinaus, zum einen durch die riesige Zahl ausländischer Gaststudenten an der Akademie, zum anderen durch die Reiselust und Wanderung ihrer einheimischen Vertreter. Ein Deutscher, der mit seinem in Düsseldorf geborenen Stil zunächst in Europa und schließlich in den USA zu Ruhm gelangte, war Hermann Ottomar Herzog.

Geboren wurde er 1832 in Bremen (die ebenfalls zu findende Angabe 1831 ist falsch), seine künstlerische Ausbildung begann er 1849 an der Düsseldorfer Akademie. Seine Lehrer dort waren Rudolf Wiegmann und Johann Wilhelm Schirmer, welcher neben Carl Friedrich Lessing als Begründer der Düsseldorfer Schule der Landschaftsmalerei gilt; er blieb dort bis 1854. Privaten Unterricht erhielt er daneben bei Andreas Achenbach und dem Norweger Hans Fredrik Gude, beide gleichsam Meister der romantischen Landschaft. Dem bis heute bestehenden Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten schloß er sich 1854 an und blieb dessen Mitglied bis 1871.

Früher kommerzieller Erfolg seiner im Stil der Schule, wenn auch etwas weniger idealisierend, gehaltenen Großgemälde ermöglichte ihm eine ausgiebige Reisetätigkeit, und so besuchte er in den nächsten Jahren zu Studienzwecken die Schweiz, Italien, Norwegen und die Pyrenäen. Vor allem mächtige Gebirgslandschaften hatten es ihm angetan, meisterliche Zeichnung und eine besondere Aufmerksamkeit für Lichteffekte bei vergleichsweise vorsichtiger Farbgebung sind typisch für Herzogs Werk. Zu seinen Gönnern gehörten zahlreiche Vertreter des europäischen Hochadels, darunter der russische Zar Alexander und Königin Victoria.

Ende der 1860er Jahre ließ er sich dauerhaft in Philadelphia, Pennsylvania, nieder, wo er sich ein geräumiges Atelier einrichtete. Seine folgenden künstlerischen Reisen führten ihn nach Mexiko, Florida, Maine und Kalifornien, vor allem das Yosemite Valley wurde zu einem beliebten Motiv. Der amerikanische Teil seines Werkes wird auch der Hudson River School zugerechnet, allerdings ist seine Herangehensweise im Vergleich zu der von deren bekanntesten Vertretern wie Albert Bierstadt, Frederic Edwin Church oder Thomas Cole näher am Realismus und weniger auf dramatische Effekte ausgerichtet.

Er blieb bis ins hohe Alter künstlerisch tätig; seine letzte Ausstellung hatte er 98- oder 99jährig, im Jahr 1931, in New York, gemeinsam mit seinem Sohn Lewis Edward, welcher gleichfalls Maler wurde, jedoch einer freieren, impressionistisch beeinflußten Malweise folgte. Er starb 1932, wenige Tage vor seinem hundertsten Geburtstag, in Philadelphia. Sein umfangreiches Werk ist zu großen Teilen nicht datiert, was die Bestimmung der abgebildeten Orte deutlich schwieriger macht. Zahlreiche Museen beherbergen Herzogs Gemälde.

 

Verweise:

https://americangallery.wordpress.com/category/herzog-herman/
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Hermann_Ottomar_Herzog?uselang=de
https://fineart.ha.com/artist-index/hermann-ottomar-herzog.s?id=500024743
http://www.kettererkunst.de/kunst/kd/details.php?obnr=115001618&anummer=427&detail=1
https://www.pictorem.com/profile/Hermann.Ottomar.Herzog

Hermann Ottomar Herzog – von der Düsseldorfer Akademie nach Philadelphia https://art-depesche.de/images/Hermann_Herzog_-_Kstenlandschaft_mit_Fischern.jpg Ruedi Strese