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Noora Ylipieti „Private Communion“ (Mischtechnik auf Leinwand, 2018) / Veera Kaamos Pitkänen „Ad Astra“ (Papiercollage, 2017)

Berlin - Die kleine Galerie Pleiku in Berlin-Prenzlauer Berg widmet sich der finnischen Kunst. Gegenwärtig stehen mit der Malerin Noora Ylipieti und der Collagekünstlerin Veera Kaamos Pitkänen zwei junge Künstlerinnen auf dem Programm, welche sich auf eher dunkle Weise vorrangig mythologischen und religiösen Themen verschrieben haben.

Veera Kaamos Pitkänen, ein Jahrgang 1984 aus Espoo in Südfinnland, studierte Kunst zunächst an der Universität für Kunst und Design in Helsinki und anschließend an der Gerlesbogsskolan Bohuslän in Schweden. Einzelausstellungen hatte sie bislang in Schweden und Finnland. Die derzeitige Ausstellung ist ihre erste in Berlin, im Jahr 2019 soll sie Finnland auf der Biennale di Carta in Italien vertreten.

Wir begegneten der freundlichen jungen Frau in der Galerie, wo wir uns mit ihr über Entstehung und Hintergründe ihrer Arbeiten unterhalten konnten. Der Ansatz ist ein mystisch-spiritueller, Bildelemente aus der Renaissance finden sich in einem zeitgenössischen Kontext.

Die Bestandteile ihrer Papiercollagen sucht sie vor allem aus alten Büchern und Zeitschriften zusammen, großen Wert legt sie auf besonders langsames und sorgfältiges Arbeiten – in bewußtem Gegensatz zur immer schnellebigeren Gegenwart, wie sie erklärt. Und: was nicht von Hand geht, geht nicht – keine digitale Nachbearbeitung! Die Komposition wirkt zwingend. So, und nicht anders muß es sein. Der Ausführung geht eine intensive Befassung mit der enthaltenen Symbolik, auch der Farben, voraus. „Nichts ist Zufall“ betont Pitkänen.

Die Zweite im Bunde ist Noora Ylipieti. Sie machte ihren Mastergrad in Kunst 2016 an der Universität Aalto, zuvor hatte sie bereits an der Universität für Angewandte Wissenschaften Lahti mit dem Bachelor abgeschlossen. Ausgestellt hat sie bislang vorrangig in Finnland und Estland.

In ihren eher großformatigen Gemälde verwendet sie grelle bis giftige Farben; thematisch setzt auch sie sich mit religiösen bis esoterischen Themen auseinander. Wie auch Pitkänen bedient sie sich gerne der Symbole der Renaissance, der Ansatz ist dennoch ganz anders – chaotisch, morbide aber auch humorvoll. Sie selbst schreibt: „In meinen Werken kommen Geschichten aus dem Christentum, Sexualität, Geschlechter und Körperlichkeit zusammen. Meine Arbeit an einem neuen Werk im Wundern und die fertigen Gemälde können als unkompliziert, dynamisch und lustig beschrieben werden. Ich möchte, daß meine Bilder es anderen Menschen ermöglichen, ohne Vorurteile zu denken.“

„Allegorie“ wird noch bis zum 23. Juni zu sehen sein. Ort ist die Galerie Pleiku, Eugen-Schönhaar-Straße 6a in 10407 Berlin. Die Galerie hat von Dienstag bis Sonntag jeweils von 12-18 Uhr geöffnet. Anwesend sind dort auch die beiden Künstlerinnen; Veera Kaamos Pitkänen bis zum 19.6., Noora Ylipieti bis zum Ende der Ausstellungsdauer.

 

Verweise:

http://www.veerapitkanen.com/veerapitkanen.com/index.html
http://www.galeriepleiku.com/
http://nooraylipieti.wixsite.com/home
https://www.facebook.com/GaleriePleiku/

Noora Ylipieti & Veera Kaamos Pitkänen: „Allegorie“ - finnische Kunst in Berlin https://art-depesche.de/images/E570D1EC-0C1F-448E-9839-809AD1DAC9AE_1200px.jpg Ruedi Strese