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Arkadij Rylow „In der blauen Weite“ (1918)

Frankfurt am Main - Auch in Rußland hat der Symbolismus seine sonderbaren und magischen Blüten hervorgebracht. Michail Wrubel, Nicholas Roerich und Leon Bakst gehören zu den bedeutenden Vertretern, doch auch ein Arkadij Rylow mit seinen traum- und märchenhaften Landschaften sollte nicht vergessen werden.

Geboren wurde Arkadij Alexandrowitsch Rylow 1870 im Dorf Istobensk (heute Oblast Kirow im östlichen Teil des Föderationskreises Wolga). Sein Vater litt an schweren psychischen Störungen, und so wuchs er in der Familie seines Stiefvaters, eines Notars in Nordrußland auf, umgeben von freier Natur, was ihn für sein Leben prägen sollte.

Von 1888 bis 1891 studierte er in St. Petersburg an der Zentralen Schule für Technisches Zeichnen des Barons Stieglitz. Unter seinen Lehrern war der angesehene Landschaftskünstler Kostjantyn Kryschyzkyj. Zeitgleich lernte er an der Zeichenschule der Gesellschaft zur Förderung der Künste.

Nach seinem Militärdienst kehrte er 1893 nach Sankt Petersburg zurück und schrieb sich an der Kaiserlichen Kunstakademie ein, wo er 1894 von Archip Kuindschi in dessen Kreis eingeladen wurde. Dieser realistische Maler erwies sich als Lehrer von gewaltigem Idealismus, der sich seinen Studenten verpflichtet fühlte und von diesen verehrt wurde, ihnen im Notfall auch finanziell unter die Arme griff und sie sogar auf eigene Kosten auf Studienreisen mitnahm. Er lehrte die genaue Beobachtung der Natur und pries deren Schönheit, und Rylow erwies sich als ergebener Schüler.

1897 konnte er erfolgreich abschließen und ging zunächst auf Reisen nach Deutschland, Österreich und Frankreich. Am Anfang malte er noch des Öfteren Historien- und Genrebilder, verlegte sich jedoch bald ganz auf die Landschaftsmalerei. Er war Mitglied der Ausstellungsvereinigung Mir Irkusstwa und der daraus hervorgegangenen Vereinigung der Russischen Künstler. Erfolg hatte er mit seinen nationalromantischen Landschaften jedoch auch außerhalb Rußlands, nahm an zahlreichen internationalen Ausstellungen teil (wo er regelmäßig Goldmedaillen erhielt) und brachte es sogar zum Jurymitglied des Pariser Salons.

Des Weiteren entfaltete er eine eigene Lehrtätigkeit, zunächst von 1902-1918 für Tierzeichnungen an der Zeichenschule der Gesellschaft zur Förderung der Künste in Sankt Petersburg (es wird berichtet, daß selbst wilde Tiere ihm gegenüber besonders zutraulich gewesen sein sollen), später (1918-1929) an der Akademie der Bildenden Künste sowie von 1923-1926 an der Leningrader Schule für Industrielle Kunst. Die bolschewistische Revolution Lenins unterstütze er entschieden und näherte sich später stilistisch auch zum Teil dem „Sozialistischen Realismus“ an. Er starb 1939 in Leningrad.

 

Verweise:

https://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=4999
http://www.artnet.com/artists/arkady-rylov/
https://vsemart.com/russian-painter-arkady-rylov/
http://en.rusmuseum.ru/mikhailovsky-castle/exhibitions/arkady-rylov-1870-1939/

Arkadij Rylow – Landschaftsmaler des russischen Symbolismus https://art-depesche.de/images/Rylov_Blue_Expanse.jpg Ruedi Strese