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Emilie Preyer „Sommerfrüchte und Champagner“ (Öl auf Leinwand, 1875)

Düsseldorf - Die Düsseldorfer Malerschule ist einerseits für ihre klassizistischen Anfänge bekannt, andererseits für ihre spätromantischen Landschaften. Etwas im Schatten standen dagegen die Genremalerei und die Stillebenkunst. Eine Frau, welche auf diesem Gebiet (einem begnadeten Vater folgend) Großes leistete, war das echt lokale (Düsseldorfer) Gewächs Emilie Preyer.

Zur Welt kam sie 1849, wie der vorherige Abschnitt vermuten läßt, in Düsseldorf. Ihr Vater Johann Wilhelm Preyer (1803-1889) hatte es bereits zu einem der wichtigsten deutschen Stillebenmaler geschafft. Anscheinend war er an einem Weiterleben dieser Gabe in seiner Nachkommenschaft interessiert, sein Sohn Paul (1847-1931) konnte sich später als Genremaler und Porträtist etablieren, und so lehrte er ab spätestens 1861 auch seine damals 12jährige Tochter selbst den Gang in seinen Fußstapfen.

Offiziell waren Frauen zu jener Zeit an der Düsseldorfer Königlichen Kunstakademie noch nicht zugelassen, doch konnte Emilie nach der Ausbildung bei ihrem Vater und durch dessen Fürsprache als „inoffizielle“ Studentin dort lernen. Zu ihren Lehrern um 1866/67 gehörten der realistische Historienmaler Heinrich Mücke sowie der norwegische Landschafter Hans Fredrik Gude.

1866 bereits hatte die damals erst 17jährige mit einigen Aquarellen mit Blumen- und Früchtestilleben ihre erste Ausstellung in ihrer Heimatstadt; 1867 begann sie, auch in Öl zu malen. Später dann waren ihre Arbeiten auch in Dresden, Bremen, Breslau und Berlin zu sehen. Die Kritik nahm ihre Werke positiv auf, üblicherweise wurde auf die Fortführung des väterlichen Erbes bei durchaus eigenen Zügen hingewiesen (so war ihre Malweise etwas weicher, und als Untergrund der Anordnungen nutzte sie meist Tischdecken, wo ihr Vater Marmorplatten wählte).

Ihr Atelier befand sich ab 1871 neben dem ihres Vaters in dessen Haus in Düsseldorf. Studienreisen nach Dresden und Holland und (nicht zuletzt durch ihren Vater) gute Kontakte in der Kunstwelt ließen ihren Erfolg stetig wachsen, auch über die deutschen Grenzen hinaus. Ihre Werke erzielten bald hohe Preise, was insbesondere dem ungewöhnlich hohen technischen Niveau zuzuschreiben ist.

1889 starb Johann Wilhelm Preyer, was einen gewaltigen Einbruch für die diesem sehr nahestehende Tochter bedeutete. Sie malte immer weniger, die letzten datierten Arbeiten stammen von 1893. Die letzten Jahre lebte sie zurückgezogen; sie starb 1930 nach kurzer Krankheit und wurde in Düsseldorf im Familiengrab beigesetzt. Ihre Werke sind sehr selten, nur etwa 250 davon sind bekannt; aufgrund dessen und der besonderen Qualität erzielen sie Höchstpreise. Das New Yorker Metropolitan Museum, die Picture Gallery in Philadelphia und das Leopold-Hoesch-Museum in Düren besitzen je eines der Bilder, ansonsten befinden sie sich vor allem in englischen und amerikanischen Privatsammlungen.

 

Verweise:

http://www.germanistik.hhu.de/angegliederte-bereiche/frauen-kultur-archiv/kuenstlerinnen/emilie-preyer.html
https://www.van-ham.com/datenbank-archiv/datenbank/emilie-preyer.html
https://www.galerie-paffrath.de/de/kuenstler/preyer_emilie_k293'
http://www.artnet.de/k%C3%BCnstler/emilie-preyer/

Die Düsseldorfer Stillebenmalerin Emilie Preyer https://art-depesche.de/images/Emilie_Preyer_-_Sommerfrchte_und_Champagner_1875.jpg Ruedi Strese