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Emilio Sánchez Perrier „Ufer des Guadaira mit Boot“ (Öl auf Holzplatte, ca. 1890)

Bremen - Einer der bedeutendsten spanischen Landschaftsmaler des späten 19. Jahrhunderts war Emilio Sánchez Perrier. Seine Bilder sind von außerordentlicher Liebe zum Detail geprägt und wirken bisweilen nahezu fotorealistisch. Neben vorwiegend andalusischen Landschaften und Stadtansichten Venedigs schuf er in Marokko Gemälde, für welche er auch der Strömung des Orientalismus zugerechnet wird.

Zur Welt kam er 1855 in Sevilla als Sohn eines Uhrmachers, welcher den Sohn wohl gerne zum Nachfolger in seinem Unternehmen ausgebildet hätte, doch dieser zeigte bereits früh großes Talent im Malen und Zeichnen und begann so bereits 1868 mit der Ausbildung an der Kunstschule seines Heimatortes, seine Lehrer waren Joaquín Domínguez Bécquer und Eduardo Cano de la Peña, Vertreter einer typischen spanischen Variante der Genremalerei.

Anschließend ging er an die Real Academia de Bellas Artes in Madrid zu Carlos de Haes. Dieser vielgereiste Künstler war mit den europäischen Kunstströmungen seiner Zeit gut vertraut und bot seinen Schülern einen vielseitigen Ausblick, reiste mit ihnen per Eisenbahn durch Spanien und ließ sie pleinair malen, wobei er auf höchste Genauigkeit Wert legte. In den frühen 1870er Jahren kam er überdies mit Mariano Fortuny y Madrazo und Martin Rico in Kontakt, beide sollten ihn erheblich beeinflussen.

1877 begann er seine professionelle Karriere und reichte Gemälde zu regionalen Ausstellungen in Sevilla und Cadiz ein, im Folgejahr beteiligte er sich erstmals mit mehreren Bildern auf der nationalen Ausstellung in Madrid, und 1879 holte er, diesmal wieder auf einer regionalen Ausstellung in Cadiz, seine erste Goldmedaille.

Im selben Jahr noch ging er nach Paris, wo er in den Ateliers von Auguste Bolard, Jean-Léon Gérôme und Félix Ziem weitere Lehrstunden nahm, ansonsten stand er in engem Kontakt mit der dortigen spanischen Künstlergemeinschaft. 1880 debütierte er im Pariser Salon, wo er auf guten Anklang stieß und sich von nun regelmäßig beteiligte (und 1889 sogar eine Silbermedaille ernten konnte). Die Pariser Zeit öffnete ihn dem tiefgreifenden Einfluß Jean-Baptiste-Camille Corots und der Freilichtmaler von Barbizon. Mitte der 1880er Jahre reiste er auch nach Venedig und Marokko, was sich in zahlreichen Bildern niederschlug.

Seine Karriere wurde eine Erfolgsgeschichte, so wurde er 1891 zum assoziierten Ḿitglied der Sociéte nationale des Beaux-Arts ernannt und 1894 in die Société Générale des Beaux Arts aufgenommen. Auch Kunstsammler aus den USA begannen, seine Werke zu kaufen.

Etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts wandte er sich wieder Spanien zu; dortgründete er selbst, nach dem Vorbild von Barbizon, eine Malerkolonie in Alcalá de Guadaíra bei Sevilla. 1903 wurde er zum Mitglied der Kunstakademie seiner Heimatstadt. Insgesamt ist über seine letzten Jahre jedoch nicht viel bekannt; er starb 1907 in Granada (Andalusien).

 

Verweise:

https://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=2249
http://www.artnet.de/k%C3%BCnstler/emilio-sanchez-perrier/
http://rehs.com/Emilio_Sanchez-Perrier_Bio.html
http://www.macconnal-mason.com/S%C3%A1nchez-Perrier-Emilio-DesktopDefault.aspx?tabid=45&tabindex=44&artistid=173286
https://web.archive.org/web/20030331214528/http://www.artrenewal.org/asp/database/art.asp?aid=477&page=1

Emilio Sánchez Perrier, Landschaftsmaler des spanischen Realismus https://art-depesche.de/images/Emilio_Snchez-Perrier_Bank_of_the_Guadaira_with_Boat.jpg Ruedi Strese