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Hans Herrmann „Alte Schleuse in Delfshaven“ (Öl auf Leinwand)

Bremen - In ihren eher gedämpften bis düsteren Farben erinnern die Arbeiten Hans Herrmanns mehr an den holländischen als an den französischen Impressionismus. Tatsächlich gab es nach den Studienjahren in Berlin und Düsseldorf enge Verbindungen zur holländischen Kunstszene. Mit seinen Stadt- und Hafenansichten schuf er durchaus Eigenes.

Geboren wurde Johann Emil Rudolf Herrmann (der sich bisweilen auch Johann Herrmann nannte) 1858 in Berlin. Seine künstlerische Ausbildung begann er zunächst an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin unter Otto Knille, Carl Gussow und Christian Wilberg.

Von 1879 bis 1882 lernte er schließlich in Düsseldorf in der Landschaftsklasse Eugen Dückers, welcher sich von der ursprünglichen Romantik der Düsseldorfer Schule gelöst hatte und eine naturalistische, bisweilen auch schon impressionistische Züge tragende Freilichtmalerei pflegte.

Noch zu Düsseldorfer Zeiten begann Herrmann umfassende Studienreisen, er besuchte Frankreich, Belgien, Italien und Holland, wo er u.a. an der Summer Art School des US-amerikanischen Impressionisten George Hitchcock teilnahm und welches für längere Zeit zu seinem künstlerischen Hauptwirkensort werden sollte.

Seine sehr erfolgreiche Ausstellungstätigkeit begann er 1879, regelmäßig waren seine Arbeiten an der Berliner Akademie, auf der Großen Berliner Kunstausstellung und im Münchener Glaspalast zu sehen. Auch in Dresden, Düsseldorf und im Ausland stellte er aus. Von 1886 bis 1890 war er als Illustrator für die Gartenlaube tätig.

1886 ließ er sich in Berlin nieder. Er pflegte dort zahlreiche Künstlerkontakte und war in verschiedenen Vereinigungen aktiv. Gemeinsam mit Walter Leistikow, Franz Skarbina und Max Liebermann war er 1892 Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Vereinigung der XI“, einem Vorläufer der späteren Berliner Secession, angelehnt an die Brüsseler Gruppe „Les Vingt“, im „Verein Berliner Künstler“ war er rund 50 Jahre lang Mitglied. 1896 ernannte ihn die Akademie in Berlin zum Professor, später auch zum Senator.

Hans Herrmann starb 1942 in seiner Heimatstadt; er ist auf dem Friedhof Zehlendorf bestattet. Das Grab war von 1987 bis 2009 Ehrengrab des Landes Berlin. In seinen brillant ausgeführten Stadtansichten (nicht selten Berlins oder Amsterdams) zeigte er sich als Meister der feinen Nuancen der Naturfarbtöne, die oft von regnerischer und nebliger Atmosphäre bestimmten Gemälde erfreuten sich seinerzeit großer Beliebtheit. Überdies war Herrmann auch als Aquarellist und Graphiker in Erscheinung getreten.

 

Verweise:

http://www.mageda.de/az_1.php?knr=182&b=&page=2&name=Her&pid=&step=2
http://www.artnet.de/k%C3%BCnstler/hans-herrmann/
http://www.busse-kunsthandel.de/Gem%C3%A4lde/19._Jh/Hans_Hermann_-_Hafenpromenade_mit_Personenstaffage_00392/
https://www.galerie-paffrath.de/de/kuenstler/herrmann_hans_k1632

Hans Herrmann – zwischen Realismus und deutschem Impressionismus https://art-depesche.de/images/Hans_Herrmann_Alte_Schleuse_in_Delfshaven.jpg Ruedi Strese