static-aside-menu-toggler
gkSearch
Philipp Franck „Birkenbäume im Neuen Garten, Potsdam“ (Öl auf Leinwand, 1937)

Bremen - Viel zu unbekannt sind heutzutage zahlreiche Vertreter des deutschen Impressionismus, gab es doch weit mehr Talente unter diesen als Liebermann, Slevogt und Corinth. Zu denen, welche auch unbedingt erwähnt werden sollten, gehört Philipp Franck, welcher in leuchtenden Aquarellen und Ölbildern mit Vorliebe die Landschaft des Taunus und um den Wannsee malte.

Geboren wurde er 1860 in Frankfurt am Main. An der dortigen Kunstgewerbeschule studierte er zunächst auf Wunsch des Vaters Architektur, brach nach dessen Tod jedoch dieses Studium ab, um sich, 17jährig, am Städelschen Kulturinstitut bei Heinrich Hasselhorst und Eduard Jakob von Steinle in der geliebten Malerei ausbilden zu lassen. Sein Schwerpunkt war bereits die Landschaft, doch befaßte er sich, von Steinle angeleitet, auch mit der Illustration romantischer Märchen.

1879 schloß er sich der Kronberger Künstlerkolonie im Taunus an, bei deren Gründer Anton Burger er bis 1881 Privatunterricht nahm. Es folgten einige Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf; seine Lehrer waren hier Eduard Gebhardt und vor allem Eugen Dücker; die Landschaftsklasse dieses Erneuerers der Düsseldorfer Malerei besuchte er von 1882-85. Auf der Großen Internationalen Ausstellung in London 1884 wurde er mit einer Bronzemedaille geehrt.

Nach einige Jahren unsteten Wanderlebens kam er 1890 nach Berlin, wo er sich der märkischen Landschaft zuwandte. Er machte die Bekanntschaft von Max Liebermann und Lovis Corinth, welche auch seine Malweise beeinflußten. Allerdings zeigte Franck in seinen Freilichtgemälden weit mehr Mut zu leuchtenden und ausdrucksstarken Farben, insbesondere auch im Vergleich zu dem etwa gleichaltrigen Walter Leistikow.

Er war in der Kunstszene sehr engagiert, gehörte zunächst der Novembervereinigung und dem Künstler-Westclub an, doch weit bedeutender wurde die Berliner Secession, zu deren Gründungsmitgliedern er 1898 gehörte, neben Corinth und Liebermann.

1906 zog er von Halensee an den Wannsee. Wenn es ihm auch nicht gelang, hier eine Künstlerkolonie zu etablieren, wurde dessen Umgebung jedoch für ihn zur bedeutenden Inspirationsquelle, wie auch der Titel seines 1920 erschienenen Lebensrückblicks „Vom Taunus zum Wannsee“ erahnen läßt. Allerdings war Franck kein reiner Landschafter, auch Genreszenen, Gärten und zahlreiche Porträts stammen von seiner Hand.

Auch als Kunstlehrer war er tätig. 1890 bereits hatte er an der königlichen Kunstschule Berlin sein Examen zum Zeichenlehrer gemacht, wo er von 1892-1930 auch lehrte, ab 1898 als Professor, und deren Direktor er kommissarisch 1912 und offiziell 1915 wurde. Er starb 1944 in Berlin, im selben Jahr erschien noch sein Buch „Ein Leben für die Kunst“.

 

Verweise:

https://archiv.adk.de/bigobjekt/14845
http://www.broehan-museum.de/infoseiten/a_franck.html
http://www.artnet.com/artists/philipp-franck/past-auction-results

Philipp Franck – deutscher Impressionist zwischen Taunus und Wannsee https://art-depesche.de/images/123display_image.jpg Ruedi Strese