static-aside-menu-toggler
gkSearch
Thomas Herbst „Allee und Kanal in Siethwende“ (Öl auf Karton)

Besonders bekannt wurden seine Darstellungen von Kühen auf der Weide, was ihm den mäßig schmeichelhaften Beinamen „Kuh-Herbst“ eingebracht haben soll. Der eng mit Max Liebermann befreundete Naturalist und Impressionist gehört zu den zahlreichen überaus fähigen deutschen Freilichtmalern, deren Wirken mit Sicherheit weit mehr Beachtung verdient hätte.

Geboren 1848 in Hamburg, begann er seine künstlerische Ausbildung 1865 bei dem Spätromantiker Jacob Becker am Städelschen Kulturinstitut in Frankfurt am Main. 1866 begab er sich nach Berlin, wo er ein Studium an der Akademie der Künste begann. Sein Lehrer war Carl Steffeck, der insbesondere durch versierte Pferdedarstellungen bekannt wurde und zu dessen Schülern auch Hans von Marées und Max Liebermann gehörten.

Letzterer wurde ein wichtiger Freund für Herbst, und gemeinsam studierten die beiden 1868 auch in Weimar bei Charles Verlat, und von 1873-76 lebten sie in Düsseldorf, von wo aus er mehrfach die Niederlande bereiste. Anschließend verbrachte er, wieder gemeinsam mit Liebermann, ein Jahr in Paris, wo sie sich ein Atelier teilten. Der folgende Aufenthalt in München brachte die beiden in Kontakt mit dem Leibl-Kreis und einigen Künstlern, welche später in der Münchener Secession eine Rolle spielen sollten.

In seine Heimatstadt Hamburg kehrte er 1884 zurück (Liebermann zog es nun nach Berlin). Er eröffnete ein Atelier und lehrte an der Gewerbeschule für Frauen. 1890 unternahm er gemeinsame Studien mit Carl Rodeck. 1897 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Hamburgischen Künstlerklubs, verließ diesen jedoch 1903 wieder, als Schüler seines zeitweiligen Mitstreiters Arthur Siebelist aufgenommen wurden, deren kulturelles Niveau er als zu gering empfand (so Siebelist). Engagiert war er auch im „Hamburger Künstlerverein von 1932“.

Eine Studienreise mit dem Siebelist-Schüler Friedrich Ahlers-Hestermann führte ihn 1906 durch das Holsteiner Land. Eine Freundschaft entwickelte er auch mit Alfred Lichtwark, dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, welcher 1909 schrieb: „Für meine künstlerische Ausbildung verdanke ich am meisten von den gleichaltrigen Kollegen dem Einfluß meines Freundes Thomas Herbst.“ Er starb 1915 in Hamburg.

Leuchtende Farben waren nicht das Markenzeichen Herbsts, hier unterschied er sich deutlich von Slevogt, Liebermann usw., von den impressionistischen Franzosen sowieso. Hingegen sind Ähnlichkeiten zu den märkischen Landschaften Leistikows nicht von der Hand zu weisen, und er liebte Corot und die Schule von Barbizon. Zurückhaltend, doch fein ausdifferenziert war seine Verwendung der meist erdigen bis trüben Farben.

Dankenswerterweise hat der Kunsthistoriker Carsten Meyer-Tönnesmann die Aufgabe vollbringen können, ein Werkverzeichnis mit über 1000 Arbeiten der bekannten Ölgemälde, Aquarelle und Ölstudien dieses interessanten Malers zu erstellen, dieses erschien 2015 im Hirmer Verlag.

 

Verweise:

https://www.deutsche-biographie.de/gnd116729953.html#ndbcontent
http://www.artnet.de/k%C3%BCnstler/thomas-herbst/
https://www.hirmerverlag.de/de/titel-1-1/thomas_herbst-1273/
https://www.zeit.de/2015/21/thomas-herbst-maler-impressionismus
https://www.zeit.de/1948/34/der-maler-thomas-herbst

Der Hamburger Freilichtmaler Thomas Herbst https://art-depesche.de/images/Thomas_Herbst_Allee_und_Kanal_in_Siethwende.jpg Ruedi Strese