static-aside-menu-toggler
gkSearch
Carl Rodeck „Frühling im Walde“ (Öl auf Leinwand, auf Karton gelegt, 1870)

Bremen - Einen traditionellen, bürgerlichen Stil der Malerei, welcher nur sehr vorsichtig moderne Einflüsse aufnahm, pflegte der Ostfriese Carl Rodeck. Dabei zeugen seine Gemälde, vor allem Landschaften und Marinebilder, doch auch Porträts und Stadtansichten, von beachtlicher Meisterschaft, welche ihm seinerzeit eine ausgesprochene Beliebtheit bescherte.

Geboren wurde Rodeck 1841 in Emden; die Familie zog aber 1842 bereits nach Hamburg, wo der Vater ein Geschäft eröffnete. Der Vater war Lithograph und begeisterter Freizeitmaler, womit er den Sohn inspirierte.

Dieser begann sein Kunststudium 1863 an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar, wo er bis 1869 von dem belgischen Historienmaler Ferdinand Pauwels, dem Landschaftsmaler Alexander Michelis sowie Arnold Böcklin unterrichtet wurde. Aufgrund einer schweren Erkrankung des Vaters, dessen Geschäft er nun zeitweise führen mußte, ging er zurück nach Hamburg, studierte darauf vorübergehend an der Berliner Akademie, lernte weiter auf eigene Faust, dann vertrat er wieder seinen Vater in Hamburg bis zu dessen Tod, gab das wenig erfolgreiche Geschäft jedoch schließlich auf, um sich ganz der geliebten Malerei zu widmen.

In Hamburg befaßte er sich bevorzugt mit Hafenansichten, doch sein wichtigstes Sujet wurden die Wälder des Umlands. Er war ständig mit seinem Skizzenbuch unterwegs, auf dieser Grundlage schuf er zahllose Aquarelle und Ölgemälde, die früh schon auf regen Zuspruch stießen, so kaufte der Hamburger Kunstverein bereits 1869 erstmals seine Bilder.

Rodeck entfaltete eine äußerst rege Ausstellungstätigkeit, zunächst in Hamburg und Hannover, ab Mitte der 1870er Jahre auch in Dresden, Berlin und München und später sogar in Wien und auf den Jahresausstellungen der Royal Academy in London. Etliche Sammler und Museen kauften Arbeiten aus seinem umfangreichen Schaffen, auch heute werden solche regelmäßig und zu erstaunlich günstigen Preisen angeboten.

Rodeck bereiste die Niederlande, Belgien und England; als besonders inspirierend erwies sich jedoch die gemeinsame Norwegenreise mit seinem Freund Carl Osterley, einem Hamburger Landschaftsmaler, der sich zwischen Impressionismus und Naturalismus bewegte.

Sein Einkommen konnte er mit privatem Mal- und Zeichenunterricht verbessern, zu seinen Schülern gehörten die beiden Blumenmalerinnen Molly und Helene Cramer sowie seine spätere Gattin Maria Hastedt. Enge Freundschaften pflegte er auch mit den beiden Landschaftsmalern Thomas Herbst sowie Christian Krohn.

Die letzten Lebensjahre verbrachte der eh als zurückhaltend und bescheiden geltende Rodeck eher zurückgezogen, im Kreise seiner Familie und engen Freunde, er litt zusehends an Schwerhörigkeit. Allerdings war er noch lange und gerne im Freien unterwegs, bis Ende 1907 eine Reihe von Schlaganfällen begann, welche ihn in den Ruhestand zwangen. Er starb 1909 in Hamburg.

Rodeck bewegte sich fern der Avantgarde. In seinem präzisen Stil war er nicht zuletzt von den großen deutschen Landschaftern der Romantik und des Realismus beeinflußt, doch in der Betrachtung des Lichts und bisweilen auch im Pinselstrich läßt sich doch erkennen, daß der Impressionismus nicht spurlos an ihm vorbeigegangen ist.

 

Verweise:

http://www.artnet.de/künstler/karl-rodeck/
http://www.arcadja.com/auctions/de/rodeck_karl/kunstler/41609/
https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Rodeck.pdf

Der ostfriesische Landschaftsmaler Carl Rodeck https://art-depesche.de/images/Carl_Rodeck_-_Frhling_im_Walde.jpg Ruedi Strese