static-aside-menu-toggler
gkSearch
Carl Graeb „Das alte Berliner Rathaus“ (1867)

Bremen - Insbesondere mit Architekturbildern erwarb sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Blechen-Schüler Carl Graeb einen hervorragenden Ruf; in detailreichen Ölgemälden, Radierungen und Aquarellen bewies er seine Meisterschaft im Fach. Daneben entstanden Wandgemälde und Theaterdekorationen.

In Berlin wurde Carl Georg Anton Graeb geboren, und zwar im Jahr 1816. Sein Studium absolvierte er an der Berliner Akademie bei dem berühmten Cottbusser Carl Blechen und dem Hoftheatermaler Johann Gerst, später sein Schwiegervater.

1838 erhielt er eine Anstellung als Theatermaler an Königsstädtischen Theater am Berliner Alexanderplatz, wo er jedoch nur 14 Monate blieb. Von 1839-43 war er viel unterwegs, bereiste die Schweiz, Südfrankreich und Italien.

Von 1844 bis 1852 war er, gemeinsam mit Gerst, Inhaber eines Ateliers für Theater- und Dekorationsmalerei. 1851 bekam er die Stellung als Hofmaler des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. In dessen und dessen Gemahlin Auftrag schuf Graeb eine Sammlung von Architekturlandschaften; darunter fanden sich Ansichten von Schloß Stolzenfels (Koblenz), Potsdam (einschließlich Sanssoucis), Berlin sowie dem damals noch eigenständigen Charlottenburg. Auch für einige Wanddekorationen für das Neue Museum war Graeb zuständig.

1855 wurden im Auftrag des Prinzen Friedrich der Niederlande Aquarelle des pücklerschen Parkes Bad Muskau zu Papier gebracht. Diese äußerst fein ausgearbeiteten Werke galten lange als verschollen und wurden erst kürzlich wiederentdeckt; einige davon sind vom 21.9.2018 bis 4.3.2019 in der Orangerie in Bad Muskau in der Sonderausstellung „Als Muskau königlich war“ zu besichtigen.

Im selben Jahr wurde er zum königlichen Professor ernannt, 1860 in die Akademie der Künste zu Berlin aufgenommen. Ein wunderbares Aquarell „Kreuzgang“ entstand 1880, es ist im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf zu betrachten. Graeb starb 1884 in Berlin und ist, gemeinsam mit seiner Frau Minna Graeb, geborene Gerst, auf dem Alten Friedhof der Zwölf-Apostel-Gemeinde in Berlin bestattet. Von 1965 bis 2015 war sein Grab Ehrengrab der Stadt Berlin. Der Sohn Paul Graeb (1842-1892) befaßte sich ebenfalls mit Architektur- und Landschaftsmalerei.

 

Verweise:

http://www.kunstmarkt.com/pagesprz/graeb_carl_georg_anton/_i112113_d113839_r112127-/show_praesenz.html?&words=%20Graeb%2C+Carl+Georg+Anton
http://www.arcadja.com/auctions/de/graeb_carl_georg_anton/kunstler/61175/
https://www.dorotheum.com/sparten/k/bilder/kuenstler/carl-georg-anton-graeb.html?tx_onkuenstlerarchiv_artists%5B%40widget_0%5D%5BcurrentPage%5D=1#lot-1916197
https://www.lr-online.de/lausitz/weisswasser/sensationsfund-aquarelle-des-muskauer-parks-von-carl-graeb-wiederentdeckt_aid-32734491
http://www.kulturserver.de/-/veranstaltungen/detail/15097377

Der Berliner Architekturmaler Carl Graeb https://art-depesche.de/images/1867_Graeb_Das_alte_Berliner_Rathaus_anagoria.JPG Ruedi Strese