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Vlaho Bukovac „Badende“ (Öl auf Leinwand, 1917)

Bremen - Auch vor dem Balkan machte die einbrechende Moderne nicht halt. Unter den Künstlern Kroatiens ist hier ganz vorne Vlaho Bukovac zu nennen, umtriebiger Vertreter eines frühmodernen Eklektizismus, der sich, von einem akademisch geprägten Realismus ausgehend, verschiedenen Stilen wie Impressionismus, Pointillismus und Jugendstil öffnete.

Geboren wurde er 1855 in Cavtat bei Dubrovnik unter dem Namen Biagio Faggioni (der Vater war Italiener aus Genua, die Mutter Kroatin). 1866 wanderte er mit einem Onkel nach New York aus; das häufige Reisen und Wechseln des Wohnortes sollte zu einem wesentlichen Element seines Lebens werden.

Als er im Alter von 15 Jahren nach Kroatien zurückkehrte, begann er zunächst eine Ausbildung zum Seefahrer, welche er jedoch aufgrund einer Verletzung nicht fortsetzen konnte. In Folge begann er, sich mit der Malerei zu befassen. Es war allerdings erst in den mittleren 1870er Jahren, er lebte in Peru und San Francisco und lernte weiterhin als Autodidakt, daß er sich für eine professionelle Karriere als Maler entschied.

Dies führte ihn 1877, zur Hochzeit des Impressionismus, nach Paris, wo er bei Alexandre Cabanel lernte; hier begann er, seinen Namen auf slawisierte Weise zu schreiben. Er malte zunächst Portraits, Akte, literarische und religiöse Szenen in einem gefälligen Realismus, mit welchem er auf dem Pariser Salon gut ankam; in seinen Landschaften war jedoch auch der lockere Pinselstrich des Impressionismus bald erkennbar.

In den 1880er Jahren war er u.a. in Belgrad am Hof des serbischen Königs tätig; 1893 kam er wieder nach Kroatien, wo er zur zentralen Figur einer neu entstehenden Kunstszene wurde und die französischen Einflüsse auf den Balkan brachte. In den Jahren 1898-1902 lebte er im Haus seiner Kindheit in Cavtat, welches er zu einem Atelier ausbaute und das heute als Museum genutzt wird.

Anschließend ging er nach Wien und 1903 nach Prag, wo er zunächst eine außerordentliche und ab 1910 eine ordentliche Professur an der Kunstakademie erhielt. Er bildete eine Reihe bekannter meist tschechischer Künstler aus; auf regelmäßigen Reisen nach England tat er sich als erfolgreicher Porträtist hervor. 1905 wurde er zum Mitglied der Serbischen Königlichen Akademie ernannt und 1919 Ehrenmitglied der Jugoslawischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Er starb 1922 in Prag.

 

Verweise:

http://www.biographien.ac.at/oebl_1/126.pdf
http://www.liverpoolmuseums.org.uk/walker/exhibitions/bukovac/vlahobukovac.aspx
http://www.artiststudiomuseum.org/studio-museums/vlaho-bukovac-house/
https://glashrvatske.hrt.hr/de/nachrichten/kultur/kunstsausstellung-uber-vlaho-bukovac/

Vlaho Bukovac – ein kroatischer Maler am Beginn der Moderne https://art-depesche.de/images/Vlaho_Bukovac_1917_-_The_bather.jpg Ruedi Strese