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Artem Pogrebnoi „Bodemuseum“ (Öl auf Karton, 30x40cm)

Berlin – Die unseren Lesern bereits bekannte Galerie Ars Pro Dono, Spezialist für Kunst aus dem postsowjetischen Raum, kann auch im Oktober mit einer sehenswerten Ausstellung aufwarten. Die Russin Bela Aldatova, der Ukrainer Artem Pogrebnoi und die Georgierin Nincho Kurashvili sind drei Maler, die ihren unverkennbaren eigenen Stil gefunden haben.

Artem Pogrebnoi wurde 1969 geboren. Er studierte Gemälderestaurierung im ostukrainischen Charkow; in diesem Metier ist er für das Nationale Forschungs- und Restaurationszentrum der Ukraine tätig. Das Mitglied der Nationalen Union der Künstler der Ukraine schaffte es mit seinen Arbeiten in das Kunstmuseum von Charkow sowie Privatsammlungen in verschiedenen Ländern.

Sein Stil ist etwas surrealistisch geprägt, doch leicht und oft humorvoll. Die in der Galerie ausgestellten Werke dürfen als Liebeserklärung an Berlin aufgefaßt werden; die Idee war es, Porträts schöner Frauen mit Darstellungen bekannter Berliner Architektur zu verbinden. Dies gelingt in einigen Werken ausgezeichnet. Glanzstück ist nach Ansicht des Verfassers ein lichtvolles Bild einer jungen Dame, welche das Bodemuseum beschirmt (mit einem Regenschirm). Doch auch das Bild der Frau, die ihr Gesicht hinter einem den Berliner Dom zeigenden Fächer verbirgt oder jenes, wo die Glaskuppel des Reichstages als Kleid fungiert, verdienen das Prädikat „liebenswert“.

Nincho Kurashvili, Jahrgang 1975, gehört zu den bekanntesten Kunstmalern Georgiens. Sie war bereits mit 18 Jahren Meisterschülerin von Friedensreich Hundertwasser und Arnold Reiner in Wien, besuchte überdies die Meisterklasse der Designerin Jil Sander. Bis 1999 bildete sie sich in Tbilisi weiter, wo sie derzeit lebt und arbeitet. Ihr Stil hat sich von abstrakten Gemälden zu eher folkloristisch beeinflußten Arbeiten gewandelt.

Die aktuelle Ausstellung zeigt kleinformatige Bilder von Personen, vor allem Paaren, in georgischer Tracht. In Mischtechnik und mit starker Betonung des Zeichnerischen kommen diese Arbeiten. Erwähnt sei hier auch die Rahmung; der nicht ganz deckende dunkelbraune Anstrich verstärkt den ursprünglichen und graphischen Charakter der Werke noch zusätzlich.

Die junge Russin Bela Aldatova, geboren 1988, studierte an der Fakultät für Malerei und Restaurierung der Sankt Petersburger Kunstakademie A.L. Stieglitz. Sie ist Mitglied der Union der Künstler Rußlands, lebt und arbeitet in Wladikawkas, Nordossetien. In einer Selbstbeschreibung heißt es: „Ich verweise alle meine Arbeiten auf das Territorium der Sprache – Symbolismus, der es ermöglicht, einzelne Charaktere oder Objekte tiefer zu denken. Ich gebe jedem meiner Werke eine Erinnerung, versuche, den Betrachter in eine Atmosphäre von hellen, gesättigten Phantasien zu tauchen oder mit transparentem Nebel von Erinnerungen zu umhüllen.“

In zumeist freundlichen Farben sind ihre Bilder gehalten, verbinden gekonnt Spachteltechnik und feinfühlige Malerei, wirken naiv, verträumt, märchenhaft, berühren kindliche Sehnsüchte. Ein herrliches Bild „Altes Foto“ zeigt eine Familie, durch Reliefpaste und Kratzen wurde der Effekt von Knicken in einem (siehe dessen Titel) erzielt.

Ob das Motto der Ausstellung mehr ist als eine etwas lockere Klammer, sei dahingestellt, in jedem Fall gibt es hier Kunst zu sehen, die einen Besuch lohnt (und sich, nebenbei bemerkt, preismäßig in einem auch ohne große Mittel erschwinglichen Bereich bewegt).

„Die Welt der Gestalten“ wird bis zum 31. Oktober 2018 zu besichtigen sein. Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet ist sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr.

 

Verweise:

https://www.arsprodono.de/
http://aagaard-galerie.berlin/veranstaltung/64
https://www.saatchiart.com/aldatovabela
http://www.art-katalog.com/en/painter/545

„Die Welt der Gestalten“ - drei osteuropäische Maler in Berlin https://art-depesche.de/images/0C3257D1-5EF9-49BA-BF3F-B4B89DDB41F5.jpg Ruedi Strese