static-aside-menu-toggler
gkSearch
Erich Heckel „Lautespielendes Mädchen“ (Öl auf Leinwand, 1913)

Berlin – Die letzten anderthalb Jahre ihres Bestehens, von ihrem Auszug aus Dresden Ende 1911 bis zur Auflösung im Mai 1913, verbrachten die verbliebenen Mitglieder der expressionistischen Künstlergemeinschaft „Brücke“ in der deutschen Hauptstadt. An deren südwestlicher Peripherie befindet sich seit 1967 das auf eine Initiative Schmidt-Rottluffs gegründete Brücke-Museum, und dieses zeigt heuer eine lohnende Sonderausstellung eben zur letzten Berliner Zeit der „Brücke“, mit dem Schwerpunkt 1913, wie bereits der Titel „1913: Die Brücke und Berlin“ verrät.

In dieser Zeit hatten Kees van Dongen, Cuno Amiet, Fritz Bleyl und Emil Nolde der 1906 gegründeten Gruppe bereits den Rücken gekehrt, weshalb diese nicht in der Ausstellung vertreten sind. Geblieben waren bis in diese letzte, aber sehr produktive Zeit Erich Heckel, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Otto Mueller und Ernst Ludwig Kirchner.

Im Eingangsbereich begrüßt den Besucher eine Stadtteilkarte, in welcher die Ateliers bzw. Wohnräume der Künstler, relevante Treffpunkte und Galerien eingezeichnet sind. Der folgende Rundgang durch die Räumlichkeiten des Museums, welche zu ihrem Zweck wunderbar geschnitten sind (im Grunde gibt es keine klar getrennten Räume, alles ist offen, licht, frei und verbunden, beinahe wie ein einziger Raum) zeigt eine Mischung aus Arbeiten der Künstler, Hintergrundinformationen, Zeitdokumenten, Zitaten und Plätzen, die zum Verweilen einladen. Die Objekte selbst werden vorteilhaft präsentiert, der Besucher hat vor allem Platz, zurückzutreten und alles in Ruhe zu betrachten.

Max Pechstein hatte 1912 gegen die Verpflichtung verstoßen, daß die Mitglieder der Gruppe nicht außerhalb dieser ausstellen durften, weshalb sein Ausschluß erfolgte; er ist folglich nur mit wenigen Arbeiten vertreten. Warum der bis zum Ende mitwirkende Mueller nicht auftaucht, wird hingegen nicht ganz klar.

Der Großteil der gezeigten Kunstwerke stammt also von Heckel, Kirchner und Schmidt-Rottluff. Einige Gemälde sind dabei, Pastelle, Aquarelle, Zeichnungen und eine große Menge an Druckgrafik; sehr interessant ist auch eine Auswahl von Holzstöcken, Negativen zu Holzschnitten Schmidt-Rottluffs, von welchen einer auch zum Vergleich neben einem der Schnitte zu sehen ist. Es lohnt sich also.

„1913: Die Brücke und Berlin“ wird noch bis zum 2. Dezember 2018 zu besichtigen sein. Das Brücke-Museum befindet sich am Bussardsteig 9 in 14195 Berlin, geöffnet ist es täglich (außer am Dienstag) von 11-17 Uhr. Der reguläre Eintritt kostet 6,-. Jeden Sonntagwird 11.30 Uhr eine kostenlose Führung angeboten.

 

Verweise:

http://www.bruecke-museum.de/

Sonderausstellung zur Künstlergemeinschaft Brücke in Berlin https://art-depesche.de/images/3FF9A237-9413-4028-AEA1-2D9B75F9BD74.jpg Ruedi Strese