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Blick in die Galerie Ars Pro Dono - Foto N. Schreiner

Berlin – Bis zum 30. Januar veranstaltet die unseren Lesern bestens bekannte Berliner Galerie Ars Pro Dono, spezialisiert auf Kunst aus dem postsowjetischen Raum, eine umfassende Ausstellung, bei welcher es indes keine eigens gelieferten neuen Bilder zu sehen gibt, sondern eine Auswahl bereits vorgestellter Werke verschiedener Künstler der Galerie in einer Gesamtschau, zum Teil stark preisreduziert, an den Mann gebracht werden sollen.

Ehrlicherweise nennt sich die Schau auch schlicht und einfach „Aus unseren Beständen“. Interessant ist es dennoch, denn die Galerie Ars Pro Dono kann mit einer ganzen Reihe von originellen und qualitativ hochwertigen Positionen aufwarten. Einige dieser seien hier kurz aufgeführt.

Zu nennen wären natürlich der Georgier David Popiashvili mit seinem von traditioneller Ikonenmalerei und Folklore beeinflußten Stil, sowie sein Landsmann Gia Revazishvili mit seinen unbeschwerten, poetischen Arbeiten.

Aus Nordossetien kommt die junge Malerin Bela Aldatova; sie war mit ihrem positiven und doch magischen Symbolismus erst kürzlich an der Ausstellung „Die Welt der Gestalten“ beteiligt und hatte in diesem Zusammenhang auch einen Fragebogen der Art Depesche beantwortet. Ebenfalls Teil dieser vorigen Schau war der Ukrainer Artem Pogrebnoi mit seiner verspielten Variante von Surrealismus. Auch Katerina Biletina kommt aus der Ukraine. In ihren Portraits verbindet sie genaue Charakterdarstellung und mystische Anleihen.

Ihr Landsmann Sergey Luchyshyn aus Odessa hat gleichfalls einen sehr eigenen Stil entwickelt, dieser ist kühl und von flächigem Farbauftrag bestimmt, doch nicht ohne Reiz. Ein weiterer Ukrainer ist Leonid Bagry; dieser ist mit besonders vielen Arbeiten dabei, pendelnd zwischen figürlich und abstrakt und oft in erdigen Tönen gehalten.

In grell leuchtenden Farben kommen hingegen die Gemälde der Freilichtmalerin Natalia Popovich aus Wladiwostok; zweifelsohne unter der faszinierendsten und bedeutendsten Künstlern der Galerie; sie wurde hier bereits in einem ausführlichen Interview vorgestellt. Von einem starken Sinn für das Komische und einem Hang zu eigenwillig gewendeten Zitaten bestimmt sind die Gemälde von Sergey Merenkov aus Rußland.

Eine eigene Ecke ist Berlin gewidmet, hier sind wiederum kleine Arbeiten Pogrebnois (seine Damen vor historischen Gebäuden) zu finden. Von Leonid Bagry gibt es ein recht untypisches und fesselndes Gemälde; die Ansicht der Prenzlauer Allee verbindet impressionistischen Pinselstrich mit futuristischer Dynamik. Für einen ruhigen Impressionismus steht eine Charlottenburger Idylle des jungen Ukrainers Vasiliy Yolokhov.

Im Bereich der Skulptur sind Alexander Baranmaa und Jury Oorzhak aus Tuwa vertreten, außerdem die Ukrainerin Anna Rogova. Neu im Angebot der Galerie ist angewandte Kunst des Ukrainers Victor Samus in Form geschnitzter Korkenzieher – naheliegend, da man als „Weinhaus Tsinapari“ auch für sich beanspruchen kann, exklusiver Importeur georgischer Weine zu sein. Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet ist sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr.

 

Verweise:

https://www.arsprodono.de/?language=de
https://www.kunstleben-berlin.de/veranstaltungsort/kunstgalerie-ars-pro-dono/
https://art-depesche.de/malerei/449-lichter-symbolismus-aus-nordossetien-ein-fragebogen-an-bela-aldatova.html
https://art-depesche.de/malerei/447-„die-welt-der-gestalten“-drei-osteuropäische-maler-in-berlin.html
https://art-depesche.de/malerei/380-pleinairmalerei-aus-der-sonnenstadt-wladiwostok-–-natalia-popovich-im-interview-teil-1.html
https://art-depesche.de/malerei/381-pleinairmalerei-aus-der-sonnenstadt-wladiwostok-–-natalia-popovich-im-interview-teil-2.html

Ausstellung zum Jahreswechsel in der Galerie Ars Pro Dono https://art-depesche.de/images/46235209-8D5D-4FB9-ADFB-4DEC7E96CBD2.jpg Ruedi Strese