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ohne Titel, Öl auf Leinwand, 50x50cm | © Frank Sopart

Berlin - Es sind noch nicht viele Gemälde, welche sich auf der Seite Frank Soparts besichtigen lassen, doch diese haben es in sich. Der Greifswalder Maler schafft es in jedem Fall, mit seinem kraftvollen, von starken Farben bestimmten Stil, etwas ganz Eigenes zu schaffen. Nun stand er ART DEPESCHE Rede und Antwort.

ART DEPESCHE: Herr Sopart, einige Ihrer Bilder, etwa „Die Welle“ oder „Für dich soll‘s rote Rosen regnen“ wirken sehr lebendig, nahezu plastisch...

Frank Sopart: Die naturnahe Darstellung liegt mir sehr am Herzen, ganz simpel. Die Meisterung klassischer Techniken ist für mich wichtig, zudem werden auch Menschen angesprochen, die auf klassische Malerei fixiert sind.

ART DEPESCHE: Sie bedienen sich weitgehend oder ausschließlich der Ölmalerei. Was prädestiniert diese Technik für Ihre Zwecke?

Frank Sopart: Die Ölmalerei ist in meinen Augen die Technik, in der mehr Leuchtkraft in die Farben kommt und eine größere Vielfalt in die Techniken, zum Beispiel im Gegensatz zur Acrylmalerei, die für mich an zweiter Stelle steht.

ART DEPESCHE: Auf Ihrer Seite informieren Sie den Betrachter über die besondere Weise, in der Ihre Bilder entstehen: schlafend, doch bei vollem Bewußtsein. Wie kann man sich das vorstellen?

Frank Sopart: Nun, etwa so, wie im sogenannten Yogaschlaf, bei dem man lernt, den Körper im Schlaf bei vollem Bewußtsein zu lenken. Damit möchte ich aber nicht Yoga oder Ähnliches ausüben, so enstehen meine Bilder eben.

ART DEPESCHE: Dabei wird der Künstler zum Werkzeug, der einem über oder außer ihm stehenden Willen dient?

Frank Sopart: Der Künstler als Werkzeug ist nicht eine Idee, sondern Realität, denke ich. Dies aber mehr aus dem Nachdenken über meine Bilder, deren Inhalt auch von mir oft erst Wochen später erkannt wird. Insofern betrachte ich mich als Werkzeug. Ein höherer Wille vielleicht, obwohl das Wort Wille mir zu eindimensional daherkommt (schmunzel...)

ART DEPESCHE: Sie bezeichnen Ihre aktuellen Arbeiten als Naturdarstellungen, denen ein christlich-esoterischer Inhalt zugrunde liegt. Da fallen mir Arbeiten wie „Das Kreuz im Gebirge“ Caspar David Friedrichs ein...

Frank Sopart: Ja, Caspar David Friedrichs Arbeiten haben gewiß die Parallele des Inhalts, der hinter den romantischen Naturdarstellungen steckt.

ART DEPESCHE: Was ist Ihrer Ansicht nach die Aufgabe der Kunst, wozu sollte sie im Leben der Menschen dienen?

Frank Sopart: Nun, wenn es Kunst ist, ist die Aufgabe erfüllt. Vielleicht eine Bewußtseinserweiterung in Schönheit und / oder interessanter Abbildung...

ART DEPESCHE: Sie haben in jungen Jahren bei Johanna Neef und Mechthilde Homberg gelernt, zwei bereits zu DDR-Zeiten recht erfolgreichen Künstlerinnen. Was ist Ihnen davon in besonderer Erinnerung geblieben?

Frank Sopart: Meine Erfahrung mit den Greifswalder Malerinnen war in erster Linie die Hochachtung der klassischen Ausbildung. So nannte Mechthilde Homberg immer den Merksatz von Pflicht und Kür, beides ist wichtig, Naturstudium und handwerkliches Meistern des Mediums, und dann die freie Arbeit in einem persönlichen Stil. Fand ich richtig, vielleicht kein Muß für Kunst, aber für mich.

ART DEPESCHE: Waren Ihre Bilder bereits in Ausstellungen zu besichtigen? Wenn ja, wie waren die Reaktionen?

Frank Sopart: An einer Ausstellung bin ich noch nicht interessiert, ich setze auf die Freiheit des Internets, auch weil ich noch keine Galerie sah, die passend wäre. Die Werke werden im Internet gut reflektiert, Negatives gab es hinsichtlich der Preise, doch das muß man ausstehen.

ART DEPESCHE: Herr Sopart, wir danken für die Ausführungen!

Frank Sopart: Gerne.

 

zur Person:

Frank Sopart wurde 1970 geboren. Seit 1983 betrieb er Naturstudien bei Johanna Neef und Mechthilde Homberg, hierdurch wurde die handwerkliche Grundlage seines späteren Könnens gelegt. Anschließend studierte er Europäische Ethnologie und Kulturwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität. Im Selbststudium beschäftigte er sich mit experimenteller Installationskunst und später abstrakter Malerei, welche er in seiner persönlichen Spielart als „harmonische Abstrakte“ bezeichnet. Neuere Arbeiten widmen sich einer sehr eigenen Art von Naturdarstellungen. Seit 2006 ist er als freischaffender Maler und Grafiker in Berlin und Greifswald tätig.

 

Verweise:

http://franksopart.de
http://www.artists.de/frank-sopart.html
http://www.museum.wolgast.de/videos/113.html

Frank Sopart: Wachträume in Öl https://art-depesche.de/images/9k.jpg Ruedi Strese