Frits Thaulow „Fra Akerselven“ (1897-1901)

Berlin - Frits Thaulow gilt als wichtiges Bindeglied zwischen französischer und norwegischer Malerei. Er war mit Künstlern wie Monet und Rodin befreundet, wird wahlweise dem Realismus, speziell dessen naturalistischer Strömung, oder auch dem Impressionismus zugerechnet. In der Tat glänzen seine Landschafts- und Städteansichten mit einer ganz eigenen Note.

Geboren wurde er 1847 als Johan Frederik Thaulow in Christiania, dem heutigen Oslo, in einer wohlhabenden deutsch-norwegischen Apothekerfamilie. 1870-72 studierte er an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen, wo unter anderem auch Caspar David Friedrich, Johan Christian Dahl und Philipp Otto Runge gelernt hatten. Von 1873 bis 1875 lernte er bei seinem Landsmann Hans Fredrik Gude an der Karlsruher Kunstschule. In den Jahren bis 1879 verbrachte er viel Zeit in Paris, wo er sich ein wenig von den Impressionisten, doch weit stärker von den französischen Realisten sowie dem Schweden Carl Skanberg (1850-1883) beeinflussen ließ.

Gemeinsam mit seinem Freund Christian Krohg gehörte er ab 1879 zu den ersten Vertretern der “Skagenmaler“, einer im Fischerort Skagen (Jütland) tätigen Kolonie von Künstlern, welche sich, nach dem Vorbild der Schule von Barbizon, der Pleinairmalerei verschrieben hatten, stilistisch dabei eine Breite von Realismus und Naturalismus bis Impressionismus abdeckten.

In den folgenden Jahren widmete er sich vorrangig der Städteansicht und meist winterlichen norwegischen Landschaft, die er in einer sehr persönlichen, gleichzeitig poetischen und realistischen Weise wiedergab, zumeist in Öl, doch bisweilen auch mittels Pastellen. Einen besonderen Fokus legte er dabei auf Lichtreflektionen im Schnee und auf fließendem Wasser.

1892 ging er erneut nach Frankreich, wo er sich überaus produktiv zeigte und bedeutende Erfolge feiern konnte, auch Ausstellungen in Berlin trugen zu seinem Ruhm bei. In späteren Jahren setzte er seine Reisetätigkeit fort, reiste und malte in Spanien, Italien, Belgien, Holland und den USA immer wieder seiner norwegischen Heimat. Paris blieb jedoch sein Lebenszentrum. Die Akademien von München, Stockholm und Kopenhagen ernannten ihn 1901 zum Ehrenmitglied und als er 1906 in Holland starb, war er ein weithin angesehener Künstler.

 

Quellen:

http://www.gonorway.no/norway/articles/54

Frits Thaulows nordischer Realismus https://art-depesche.de/images/Frits_Thaulow_-_Fra_Akerselven_1024px.jpg Ruedi Strese
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