static-aside-menu-toggler
gkSearch
Giuseppe De Nittis „Colazione in giardino“ (Öl auf Leinwand, 1883)

Bremen - In Deutschland ist er kaum bekannt, doch gehört der frühverstorbene Gesellschaftsmaler zu den ersten und bedeutendsten italienischen Vertretern des Impressionismus, welcher bereits zur Entstehungszeit dieser Bewegung in Paris Verwandtes schuf. Ein klassischer Fall für einen hervorragenden, doch (zumindest hierzulande) weniger beachteten Maler, wie wir ihn unseren Lesern immer wieder gerne vorstellen.

Geboren wurde De Nittis 1846 in der Hafenstadt Barletta, am „Absatz des Stiefels“ in Apulien, als Sohn eines reichen Grundbesitzers. Die uns vorliegenden biographischen Informationen sind nicht ganz eindeutig und zum Teil widersprüchlich, doch versuchen wir, sie zu ordnen. Die Mutter starb bereits 1849, der Vater nahm sich 1856 das Leben.

In Barletta begann De Nittis seine künstlerische Ausbildung mit Zeichenunterricht bei dem lokalen Maler Giovanni Battista Calò. 1860 ging er nach Neapel, an dessen „Instituto di Belle Arti“ er bei Mancinelli und Smargiassi studierte, wo er jedoch 1863 wegen Ungehorsams ausgeschlossen wurde. In Neapel war er Mitgründer der „Schule von Resina“, welche damals bereits, analog zur Entwicklung in Frankreich, Pleinairmalerei praktizierte. Dann bewegte er sich, wohl auf Rat Calòs, nach Florenz. Dort schloß er sich der gleichfalls pleinairistisch orientierten Gruppe „Macchiaioli“ an und freundete sich insbesondere mit deren Mitglied Telemaco Signorini an.

1867 reiste er erstmals nach Paris, wo er sich im Folgejahr dann mit nur kurzen Unterbrechungen endgültig niederließ. Im Auftrag des Kunsthändlers Adolphe Goupil fertigte er für mehrere Jahre realistische Genrebilder an, bewegte sich jedoch gleichzeitig im Umfeld der entstehenden Impressionisten, tauschte u.a. Bilder mit Manet, nahm überdies am Pariser Salon teil. 1872 endete der Vertrag mit Goupil und De Nittis folgte wieder vor allem den eigenen Neigungen und malte Szenen aus der städtischen Bohème in lockerem Stil.

Eingeladen von Edgar Degas, mit dem er mittlerweile enge befreundet war und der ihn mit der Zeit auch beeinflußte (wie Degas malte er nicht nur in Öl, sondern fertigte auch zahlreiche Pastelle), nahm er an der ersten Impressionisten-Ausstellung 1874 teil, wo jedoch die Resonanzen der anderen Mitwirkenden geteilt waren, weshalb er an den folgenden Ausstellungen der Gruppe nicht mehr teilnahm. Dennoch war er eine wichtige Figur im damaligen Pariser Künstlerleben. Neben Degas gehörten über die Jahre u.a. Camille Pissarro, Gustave Caillebotte, John Singer Sargent, Giovanni Boldini und Edvard Munch zu seinem Umfeld.

Ein Aufenthalt in London 1877 wurde zu einem großen Erfolg, der auch zukünftig Früchte tragen sollte. Doch auch in Paris, wo sein Heim sich zu einem beliebten Versammlungsort französischer und italienischer Künstler entwickelte, entwickelten sich die Dinge zum Guten. Es gab eine rege Ausstellungstätigkeit und gute Verkäufe. 1878 durfte er mit 12 Gemälden an der Exposition Universelle teilnehmen und brachte es sogar zum Ritter der Ehrenlegion.

1884 starb De Nittis Saint-Germain-en-Laye bei Paris plötzlich an einem Herzschlag. Seine Frau schenkte seine Bilder der Heimatstadt Barletta, dort befinden sie sich in einem dem bedeutenden Sohn der Stadt gewidmetes Museum, der Pinakothek „Giuseppe De Nittis“.

 

Verweise:

https://www.dorotheum.com/sparten/k/bilder/kuenstler/giuseppe-de-nittis.html
https://artinwords.de/giuseppe-de-nittis/
https://www.wikiart.org/de/giuseppe-de-nittis
http://www.pugliaimperiale.com/turismo/wheretogo/beniculturali/content.asp?art=152&lang=DE
https://artsandculture.google.com/entity/m0dpr9m?categoryid=artist
http://www.fondazionedenittis.it/

Giuseppe De Nittis – früher Impressionismus aus Italien https://art-depesche.de/images/Colazione_in_giardino.jpg Ruedi Strese