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Frantisek Kobliha „Tristan“ (1910)

Berlin - Frantisek Kobliha gehörte als Maler und Graphiker zu den herausragenden Vertretern des tschechischen Symbolismus und Jugendstils. Seine liebevollen Illustrationen laden zur Wiederentdeckung ein.

Er wurde 1877 als Sohn eines Kaufmanns in Prag geboren. Er studierte zunächst an der Kunstgewerbeschule und von 1901-1905 an der Akademie der bildenden Künste bei Frantisek Zenisek, einem namhaften Protagonisten der tschechischen nationalromantischen Schule. Nachdem er seine Ausbildung beendet hatte, wandte er sich von der Malerei ab und erlernte die Druckgraphik im Selbststudium.

1910 nahm er erstmals an einer Ausstellung der tschechischen symbolistischen Künstlervereinigung SURSUM (unter anderem mit Josef Váchal und Jan Konupek) in Brünn teil und wurde ihr erster Präsident. Inhaltlich bewegten sich die Mitglieder der bis 1912 existierenden Gruppe zwischen katholischer Mystik, Theosophie und Okkultismus. Kobliha wurde überdies Stammautor der „Modernen Revue“. Ab 1923 war er zudem Mitglied der Vereinigung der tschechischen Graphiker und ab 1934 deren Vorsitzender.

Er schuf vor allem Buchillustrationen und Gebrauchsgraphiken und wußte mit vielen Techniken umzugehen, bevorzugte jedoch eindeutig Holzschnitte und Holzstiche. Die Masse seiner Arbeiten dürfte zwischen 1913 und 1925 entstanden sein. Stilistisch begann er unter dem Zeichen des von romantischem Geist getragenen Symbolismus; wer die Werke der deutschen Lebensreformer wie Fidus oder Karl Wilhelm Diefenbach schätzt, sollte auch Kobliha mögen.

Spätere Arbeiten gehen in eine realistischere Richtung, Landschaftsbilder werden häufiger, doch auch hier stehen Ästhetik und Ornamentik im Vordergrund. Als er 1962 starb, hinterließ er ein umfassendes Werk. Frantisek Koblihas stilsichere Graphiken werden immer wieder in Auktionen angeboten und finden auch heute zahlreiche Liebhaber.

Frantisek Kobliha - des Jugendstils tschechische Seite https://art-depesche.de/images/tristan-1910-frantiek-kobliha-czech-1877-1962-1370373705_org_1024px.jpg Ruedi Strese