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Maynard Dixon „Wildpferde Nevadas“ (Öl auf Leinwand, 1927)

Bremen - In Deutschland vollkommen unbekannt, zählt Lafayette Maynard Dixon in den USA zu den Großen der frühen Moderne und als Begründer einer eigenen Schule der Landschaftsmalerei des Westens. Stilistisch wird er zwischen Impressionismus, Tonalismus und Präzisionismus eingeordnet, aufgrund seiner speziellen Behandlung des Lichts und der eher nüchternen Art wird er bisweilen auch als der „Hopper des Westens“ bezeichnet.

Geboren wurde er 1875 als Henry St. John Dixon (Maynard war der Familienname der Mutter) auf einer Farm in Fresno, Kalifornien, wohin es die Eltern, welche aus der Oberschicht des konföderierten Virginias kamen, nach den Sezessionskriegen verschlagen hatte. Die Mutter war musisch veranlagt und ermunterte den Jungen in seinen Neigungen des Zeichnens und Schreibens.

1893 studierte er vorübergehend in San Francisco bei Arthur F. Mathews, einem Vertreter des Tonalismus, an der California School of Design. Es entstand eine enge Freundschaft mit Xavier Martinez, einem weiteren Tonalisten, mit welchem er gemeinsam auf Reisen ging. Auch kam er unter den Einfluß des Historikers, Photographen, Dichters, Ethnographen und Streiters für Rechte der indigenen Völker Nordamerikas Charles Lummis, welcher Dixon empfahl, Kalifornien zu verlassen und den „wahren Westen“ zu erkunden, was dieser dann auch tat.

Er besuchte von etwa 1900 bis 1905, zum Teil auf dem Pferd, auch abgelegene Gegenden in Utah, Nevada, Arizona, Montana und New Mexico, und dort fand er die Inspiration für sein Lebenswerk. Zunächst teilte er sich in San Francisco ein Atelier mit seinem Freund Martinez, wo die beiden regelmäßig gemeinsam ausstellten.

Seine Arbeiten bis etwa 1915 zeigten vor allem reale Orte, er bediente sich hier eines pastosen Farbauftrags und kräftiger Farben in weitgehend impressionistischer bis tonalistischer Weise. Später öffnete er sich zusehends moderneren Einflüssen von Postimpressionismus, Fauvismus und Kubismus.

1920 heiratete er die moderne Kunstphotographin Dorothea Lange, mit ihr zog er nach Nevada und später nach Arizona. Seine Arbeiten in den Folgejahren gehen immer stärker weg von der Betonung der Farbe, stattdessen werden die Kompositionen minimalistischer, die Linien klarer, der Gesamteindruck kühler.

Später brachte die „Great Depression“ erneut einen Stilwandel in einer Reihe stark politisch aufgeladener Gemälde, die sich dem „sozialen Realismus“ zuordnen lassen. 1935 ließen sich Dixon und Lange scheiden, und 1937 heiratete er erneut, diesmal die Muralistin Edith Hamlin aus San Francisco. Die beiden lebten in den Folgejahren im Sommer in Mount Carmel in Utah und im Winter in Tucson, Arizona.

Dixon blieb schöpferisch, die verstärkte Verbindung zu ländlicheren Gegenden inspirierte ihn zu neuen, stillen und reduzierten Landschaftsgemälden, unter welchen sich einige seiner bedeutendsten Arbeiten fanden. Er starb 1946 in seinem Winterhaus in Tucson; 1947 brachte seine Frau seine Asche seinem Wunsch nach auf das geliebte Anwesen in Mount Carmel.

Zwei Museen sind Dixons Werken gewidmet, zum einen das Maynard and Edith Hamlin Dixon House and Studio in Mount Carmel, welches Führungen durch das Anwesen bietet, zum anderen das Maynard Dixon Museum in der Mark Sublette Medicine Man Gallery in Tucson, Arizona, welches einen Querschnitt des Schaffens bietet. Die größte Sammlung an Dixon-Gemälden besitzt die den Mormonen gehörende Brigham Young University in Provo, Utah, sie kann in deren Kunstmuseum besichtigt werden.

 

Verweise:

http://www.artnet.de/k%C3%BCnstler/maynard-dixon/
https://www.maynarddixon.org/
https://www.medicinemangallery.com/maynard-dixon-biography/
https://americanart.si.edu/artist/maynard-dixon-1286
https://www.thunderbirdfoundation.com/about/maynard-dixon/

Maynard Dixon – der „Edward Hopper des Westens“ https://art-depesche.de/images/Wildpferde_Nevadas.jpg Ruedi Strese