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Francesco Guardi „Ansicht des Punta della Dogana in Venedig“ (Öl auf Leinwand, etwa 1765)

Bremen - Wenn es um venezianische Vedutenmalerei geht, fällt einem sicher zuerst Canaletto ein. Dieser war jedoch nicht der einzige bedeutende Meister dieses Metiers. Zu nennen wären vor allem auch Canalettos Neffe Bernardo Bellotto, welcher sich auch in Dresden am sächsischen Hof Ruhm erwarb, sowie Francesco Guardi, ein genialer Nachfolger des Altmeisters, welcher seinen ganz eigenen Weg finden sollte.

Geboren wurde dieser 1712 in Venedig in eine adlige Malerfamilie aus Trentino. Der Vater Domenico (1678-1716) sowie die Brüder Niccolò und Giovanni Antonio (1698/99-1760) waren ebenfalls Maler, Schwester Cecilia sollte den unvergleichlichen Giovanni Battista Tiepolo heiraten.

Die verbreiteten biographischen Daten sind wie bei vielen Alten Meistern nicht immer ganz klar und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Jedenfalls genoß er von 1735 bis 1738 eine Ausbildung bei Michele Marieschi, und gemeinsam mit den Brüdern arbeitete er zudem in der vom Vater übernommenen Werkstatt. Seine frühesten Bilder waren vor allem religiöse Werke, oft in Kooperation in der Werkstatt entstanden.

Daß Guardi selbst Schüler Canalettos (1697-1768) war, wurde lange vermutet, gilt aber heute als eher unwahrscheinlich. Eine Inspiration durch Canaletto ist hingegen sicher, auch Luca Carlevarijs erwies sich als wesentlicher Einfluß. Seine Aufträge erhielt er von privaten Mäzenen, doch auch von offizieller Seite der Republik Venedig. Er malte religiöse Bilder, Szenen venezianischer Feste und zeitgenössischer Ereignisse (in diesem Metier war er einer der Pioniere) und Genreszenen, doch am gewaltigsten und wertvollsten ist wohl seine Produktion venezianischer Stadtansichten.

Hier war er, wie erwähnt, von Canaletto inspiriert, doch alles andere als ein Nachahmer. Während Canaletto vor allem ein Meister der detaillierten und präzisen Zeichnung war, war Guardi weit mehr Maler und Kolorist. Canaletto stellte die Stadt mit Fokus auf der Architektur recht nüchtern als große Landschaft dar, Guardi war weit mehr an Stimmungen gelegen, die (im Vergleich) bisweilen schon an Barbizon oder den Impressionismus erinnern. Auch die Figuren werden wenig genau behandelt, ganz dem Malerischen untergeordnet. Zu Lebzeiten war Guardi recht unbekannt, erst nach seinem Tod 1793 in Venedig wurde seine Bedeutung erkannt, wobei seine Werke des Öfteren trotz der offensichtlichen Unterschiede dem berühmteren Canaletto zugeschrieben wurden.

 

Verweise:

https://www.wga.hu/frames-e.html?/bio/g/guardi/francesc/biograph.html
http://www.zeno.org/Kunstwerke/A/Guardi,+Francesco
http://www.artcyclopedia.com/artists/guardi_francesco.html
https://www.virtualuffizi.com/de/francesco-guardi.html
http://www.artnet.de/k%C3%BCnstler/francesco-guardi

Aus Canalettos Fußstapfen entwachsen: der Vedutenmaler Francesco Guardi https://art-depesche.de/images/Francesco_Guardi_Ansicht_des_Punta_della_Dogana_in_Venedig.jpg Ruedi Strese