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Vladimir Virovoy „Der Letzte auf der Erde“ (Acryl auf Leinwand, 2019)

Berlin – Noch bis zum 30. Juni dieses Jahres wird der Maler und Grafiker Vladimir Virovoy aus Nowosibirsk von der Galerie Ars Pro Dono in einer Einzelausstellung vorgestellt. Einen sehr eigenen, lebendigen und unbekümmerten Stil bietet er, eine Synthese verschiedenster frühmoderner bis gegenwärtiger Einflüsse.

Geboren wurde Virovoy 1957 in Kasachstan, seine Ausbildung zum Maler erfolgte an der Krasnojarsker Kunstschule „Vasily Surikov“ und am Krasnojarsker Kunstinstitut. Bereits 2009 hatte er bei Ars Pro Dono ausgestellt, und auf den beiden Kunstfestivals der Galerie in den Jahren 2016 und 2018 erwies er sich als eines der Schwergewichte im Programm.

Die aktuelle Ausstellung zeigt zum einen vier Werke aus einer früheren Schaffensphase, darunter drei Ölgemälde, welche sich zwischen Surrealismus und lyrischer Abstraktion bewegen, sowie ein Pastell, zum anderen eine größere Anzahl von Werken (16 Acrylgemälde und 12 Grafiken) aus jüngster Zeit.

Die grafischen Arbeiten bewegen sich sehr nah an der Grenze zu Malerei, es handelt sich um recht großformatige Zeichnungen auf Papier, gefüllt mit Acrylfarben, welche expressiven Charakters sind und zum Teil leicht die Karikatur streifen.

Bei den Ölgemälden kommt der gegenwärtige persönliche Stil Virovoys, irgendwo zwischen Expressionismus und Surrealismus, am stärksten zur Geltung. Hauptwerk ist hier das großformatige „Der Letzte auf der Erde“ (2019), eine apokalyptische Landschaft in düsteren Farben. Apokalyptischen Charakter hat auch „Adam und Eva. Exil.“ „Vom Sattel gefallen“ (2018) wurde bereits beim „Dennitsa“ („Morgenröte“) betitelten Festival der Galerie vorgestellt, hier wurde es vom Publikum zum Favoriten erkoren. Auch „Laterne in der Nacht“ und „Geschichte einer Kindheit“ (2019) verdienen Erwähnung, letzteres läßt farblich und atmosphärisch eine gewisse Verwandtschaft zu James Ensor erkennen.

Wir gestatten uns hier, abschließend einen längeren Ausschnitt aus der Selbstbeschreibung des Künstlers unkommentiert wiederzugeben: „Die bildliche Struktur meiner Malerei ist in der Regel mit einer assoziativen, metaphorischen, nicht geradlinigen Erzählung verbunden, die vor allem Natürlichkeit braucht, um Künstlichkeit und Verzerrungen zu vermeiden. Intuition rettet mich. Zu ihr und zu Erfahrungen persönlicher Erlebnisse habe ich unendliches Vertrauen. Die Welt ist endlos und nicht bis zum Ende erkennbar. In dieser Welt gibt es ewige Werte – das sind Gewissen, Güte, Würde. Es scheint mir, dass alles, was ich tue, all meine Gedanken, Erfahrungen, Empathie, sich um diese sittlichen Grundlagen drehen. Als ob ich mich selbst der ganzen Welt einflößen will – solange es Liebe und Güte gibt, leben wir, und alles hat Sinn, einschließlich des Sinns zu malen, zu zeichnen. Malen und Zeichnen bedeutet, Empathie zu haben. Es ist unwahrscheinlich, dass ich am Anfang meines Weges daran denken oder das erraten konnte, aber das Leben hat mich zu diesen Schlüssen geführt. In meinem Leben finde ich viel Absurdität und Unnatürlichkeit, aber ich möchte auf das Gute hoffen und lasse einen Platz in meiner Seele für das Gute. Ich zünde die Laterne in der Nacht an. Wenn ich male, denke ich an meine wachsende Enkelin und die Welt, in der sie leben soll.“

Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet ist sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr.

 

Verweise:

https://www.arsprodono.de/shop_content.php?coID=3210127
https://www.arsprodono.de/?language=de&cPath=77_90&cat=c90_Vladimir-Virovoy-Vladimir-Virovoy.html

„Der Letzte auf der Erde“ – Vladimir Virovoy in Berlin https://art-depesche.de/images/Der_Letzte_auf_der_Erde.jpg Ruedi Strese