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Willy Herrmann „Die Havel mit der Pfaueninsel“ (Öl auf Leinwand, o.J.)

Berlin – Das Stadtteilmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim stellten wir vor einiger Zeit bereits auf unserer Seite vor, denn es kann mit einer überraschend gediegenen Gemäldesammlung aufwarten, was unter anderem auf die einstige Selbständigkeit der Stadt Charlottenburg zurückzuführen ist. Nun wurden aus dem Archiv zum Teil bislang noch nie gezeigte Bilder ausgegraben, welche sich mit Seen befassen, und diese Seen werden bis zum 15. September zu sehen sein.

Zwei Räume, genauer: ein Raum und der angrenzende Teil des Flurs, sind der Präsentation zugeteilt. Verwiesen wird außerdem auf thematisch verwandte Werke der Dauerausstellung, welche man dennoch an Ort und Stelle gelassen hat. Als Spätromantiker ist Julius Rollmann mit einer dramatisch-stimmungsvollen Darstellung des Königssees vertreten, er wird, ebenso wie August Wilhelm Leu (in der Dauerausstellung) der Düsseldorfer Malerschule zugerechnet und war stark von Johann Wilhelm Schirmer beeinflußt.

Mit Max Roeder finden wir einen späten Deutschrömer mit einer Darstellung der Pontischen Sümpfe, ansonsten liegt der Schwerpunkt auf naturalistischer bis (post-) impressionistischer Freilichtmalerei mit einigen interessanten Unbekannten. Zu den bekannteren Namen gehört freilich Philipp Franck, mit den „Badenden Jungen“ verfügt das Museum sogar über eines seiner Hauptwerke. Für die Sonderschau wurde nun ein Kupferstich einer märkischen Landschaft ausgegraben.

Der unverkennbare Walter Leistikow ist, fast selbstverständlich, dabei, mit einer Farblithographie des Grunewalds. Neben der oben genannten romantischen Darstellung des Königssees Rollmanns finden wir eine eher impressionistische des Charlottenburger Künstlers und Liebermann-Schülers Max Köcke-Wichmann. Zwei herrliche spätimpressionistische Landschaften bekommen wir von den nahezu unbekannten Berlinern Gerhard Graf und Willy Herrmann.

Alfred Helberger ist mit einem farbstarken postimpressionistischen Spitzbergen-Bild auch in der Dauerausstellung vertreten, hier gibt es nun einen düster-stimmungsvollen Waldsee. Der Zehlendorfer Paul Paeschke wird uns mit einer Radierung eines winterlichen Sees mit Schlittschuhläufern vorgestellt. Julius Erbe malte eher traditionell, von ihm gibt es eine romantische Ansicht des Jagdschlosses Grunewald. Auch relativ unbekannt ist Max Jablonski, sein „Märkischer Waldsee“ ist ordentliche Pleinairmalerei. Letzte im Bunde ist die adlige Hobbymalerin Cäcilie von Schon. Von ihr ist bislang lediglich ein einziges Gemälde bekannt, nämlich der hier gezeigte „Vierwaldstätter See“ in spätromantischer Tradition.

Es sind also nicht gerade viele Bilder, die zusätzlich zur Dauerausstellung zu sehen sind, doch wer diese noch nicht kennt, sollte die Gelegenheit jetzt nutzen und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Betreten darf man die Ausstellungsräume übrigens ohne Eintritt zu bezahlen und bekommt dafür doch Einiges geboten. Das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf befindet sich in der Schloßstr. 55 / Otto-Grüneberg-Weg in 14059 Berlin. Geöffnet ist es in den Sommermonaten von Dienstag bis Freitag von 10-20 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 11-17 Uhr.

 

Verweise:

https://www.villa-oppenheim-berlin.de/ausstellungen/stille-wasser.html
https://art-depesche.de/malerei/422-die-kunstsammlung-der-stadt-charlottenburg-in-der-villa-oppenheim.html

„Stille Wasser“ - Seelandschaften im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf https://art-depesche.de/images/Die_Havel_mit_der_Pfaueninsel.jpg Ruedi Strese