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„Transylvania Retouched. A Matter of Landscape and Representation“ - Ausstellungsansicht, Werke von Lehel Kovács

Berlin – Das Rumänische Kulturinstitut in Berlin-Mitte haben wir unseren Lesern bislang nicht vorgestellt, dabei finden dort regelmäßig interessante Kunstausstellungen statt. Noch bis zum 20.9.2019 werden in einer Zusammenarbeit mit dem Collegium Hungaricum Berlin mehrere Künstler verschiedener Metiers präsentiert, welche sich auf die eine oder andere Weise mit der Landschaft Transsilvaniens auseinandersetzen.

Allerdings wurden für „Transylvania Retouched. A Matter of Landscape and Representation“ gezielt Ansätze ausgewählt, welche mit der traditionellen Landschaftsmalerei von idealistisch bis dekorativ gebrochen haben, oft verbunden mit biographischen und politischen Brüchen. Dabei geht es vom Ölgemälde über die Fotografie bis zur Installation, wobei wir uns hier auf die „bodenständigeren“ Gattungen beschränken wollen.

Der Fotograf Zsolt Fekete, Jahrgang 1967, begann 1999 eine Serie „The Photograph of Time“, wofür er Fotografien aus den 1860er Jahren zur Vorlage nahm und möglichst genau nachstellte, vom Ort über Winkel, Jahreszeiten und Lichtverhältnisse bis zur weitgehend originalen Technik. Mehrere als Digitaldruck vergrößerte Beispiele aus dieser Reihe sind zu sehen, jeweils Original und die junge Imitation übereinander gehängt. Durchaus interessant!

Ausführlich eingegangen wird auf die Geschichte der 1978 gegründeten Avantgardekünstlergruppe MAMÜ, deren Mitglieder zumeist dem ungarischen Bevölkerungsanteil entstammten, insbesondere auf das Verhältnis zum System des kommunistischen Machthabers Ceaucescu. Dazu wird allerhand Archivmaterial vorgelegt. Als Mitglied der Gruppe herausgehoben wird der Maler Károly Elekes (*1951), welcher erdig-naturalistische Landschaften als Grundlage nimmt, diese jedoch mit anderen Kontexten zugehörigen Elementen verfremdet; von diesen Arbeiten findet sich eine ganze Reihe.

Die „Cluj School“ ist eine 1989 ins Leben gerufene Künstlergruppe. Deren jüngstes Mitglied Radu Băieș (*1988) ist mit mehreren recht eigenen Ölgemälden aus den letzten beiden Jahren im Programm. Formen aus Natur und Landschaft werden abstrahiert, verstärkt, neu kombiniert und ergeben im Endeffekt traumhaft anmutende Gebilde.

Eine Künstlergruppe mit Rückbezug auf die historische Schule der naturalistischen Freilichtmaler von Nagybánya, welche in der ungarischen Kunstgeschichte eine große Rolle spielt, ist die Kunstkolonie Èlesd. Aus dieser wird ebenfalls ein einzelner Künstler vorgestellt, namentlich der in Berlin lebende Lehel Kovács (*1974); für den Verfasser interessantester Protagonist der Schau mit eher minimalistischen, aber sehr atmosphärischen und kraftvollen Landschaften, zum Teil Industrielandschaften aus den Jahren 2008-13.

Die Galerie des Rumänischen Kulturinstituts (RKI Galerie) befindet sich in der Reinhardtstraße 14 in 10117 Berlin, der Eintritt ist frei. Die Öffnungszeiten sind üblicherweise von Dienstag bis Freitag jeweils 14-18 Uhr, es ist jedoch darauf hinzuweisen, daß bis zum 30. August eine Besichtigung nur nach Voranmeldung möglich ist (Kontakt unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 030/89061987).

 

Verweise:

https://www.icr.ro/berlin/transylvania-retouched-a-matter-of-landscape-and-representation/de
https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/kultur-und-wissenschaft/veranstaltungsorte/artikel.190077.php
https://www.artsy.net/gene/cluj-school
https://www.instagram.com/lehel_kovacs_official/?hl=hu

Transsilvaniens Landschaft, neu gesehen – Ausstellung im Rumänischen Kulturinstitut https://art-depesche.de/images/Werke_von_Lehel_Kovacs.jpg Ruedi Strese