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Joos de Momper „Berglandschaft“ (etwa 1625-30)

Bremen - Beeinflußt von Pieter Breughel dem Älteren, dem Bauernbreughel, wurde Joos de Momper der Jüngere einer der wichtigsten Vertreter der frühen flämischen Landschaftsmalerei. Die Landschaft liebte er um ihrer selbst willen, keineswegs war sie nur Hintergrund. Im Gegenteil, die Menschen tauchten hier lediglich als Staffage auf.

Geboren wurde er 1564 in Antwerpen als Sproß einer alten Malerfamilie; bereits der Vater Bartholomäus, ferner Großvater und Urgroßvater waren Maler, Kunstsammler und Händler von Druckgraphiken. Der Vater war sein Lehrmeister, überdies Vorstand der Lukasgilde, und der Sohn, wurde 1581, mit 17 bereits Meister, ebenfalls Mitglied, später auch zum ersten Dekan.

Nachgesagt wird ihm ein Studienreise nach Italien in den 1580er Jahren, wobei Landschaftsfresken in der Kirche San Vitale in Rom, welche ursprünglich Paul Bril zugeschrieben wurden und nun Joos de Momper, als Hauptbeleg gelten. Aus der 1590 geschlossenen Ehe gingen 10 Kinder hervor, wobei nur eines davon, Sohn Philippe de Momper, ebenfalls Landschaftsmaler wurde (ein weiterer Momper wurde es ebenfalls, dies war sein Neffe Frans).

Dank hochherrschaftlicher Unterstützung durch Erzherzogin Isabella Clara Eugenia, Gouverneurin der südlichen Niederlande, wurde er von Steuern befreit, was ihm in späteren, weniger produktiven Jahren zugutekam. Unter seinen Schülern bekannt wurden Louis de Caullery und Sohn Philippe, Neffe Frans und Hercules Seghers ließen sich von ihm inspirieren. Als er 1635 in Antwerpen starb hinterließ er massive Schulden, was nicht zuletzt seinem ausgiebigen Alkoholkonsum zu verdanken war.

Als Maler wird er zu den größten Landschaftern seiner Zeit gezählt. In Deutschland hatte Albrecht Altdorfer lange zuvor Ähnliches geleistet, doch ging de Momper seinen eigenen großen Weg, als er die Landschaft vom bloßen Mittel zum Ausfüllen von Bildern zum eigenständigen Bildmotiv erhob und ihr Leben verlieh. Dabei waren die frühen Werke durchaus reduziert, und bisweilen entwarf er auch Wandteppiche (wofür diese Reduktion sehr dienlich war).

Die Majestät der Bergwelt liebte er besonders, hier nahm er bereits die Romantiker vorweg. Dabei konnte er sowohl manieristisch-fantastisch als auch realistisch malen. Den Figuren galt seine Vorliebe nicht, diese ließ er oft von Künstlern wie Peter Snayers, Frans Francken II oder Jan Breughel (dem Älteren und dem Jüngeren) ins Bild setzen.

 

Verweise:

https://www.dorotheum.com/de/k/joos-de-momper/

Joos de Momper - flämischer Meister proto-romantischer Landschaften https://art-depesche.de/images/Berglandschaft.jpg Ruedi Strese