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Wilhelm Bendz „Berglandschaft“ (1831)

Bremen - Vornehmlich im Bereich des Porträts und der Genremalerei erwarb sich Wilhelm Bendz, einer der talentiertesten Maler des Goldenen Dänischen Zeitalters, seinen Ruhm. Sein Leben währte kurz, doch hinterließ er ein überaus innovatives und vielseitiges Oeuvre, welches ihm seinen Platz unter den Großen der dänischen Malerei sichert.

Geboren wurde er 1804 in Odense (der drittgrößten dänischen Stadt) auf Funen (der drittgrößten dänischen Insel). Von 1820 bis 1825 studierte er an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen, u.a. bei Christoffer Wilhelm Eckersberg, welcher als bedeutendster dänischer Kunsterzieher des 19. Jahrhunderts gelten kann. Sein Versuch, die Goldmedaille an der Akademie zu erringen, scheiterte, vermutlich, da diese Auszeichnung der damals angesehensten Richtung, der Historienmalerei, vorbehalten blieb. Immerhin reichte es für eine Silbermedaille.

Früh entwickelte Bendz eine ganz eigene Weise, in welcher er historische Allegorie, Intérieur, Genremalerei und Porträt verband. In dieser Verschmelzung lag sein eigentliches Anliegen, auch wenn seine einfühlsamen Porträts insgesamt auf dem Markt größeren Anklang finden sollten.

Dabei bediente er sich einer ausgefeilten Technik, dramatischer Lichtwirkung und kräftiger Farben. Die Bilder wirken gleichzeitig alt und modern, vielleicht auch einfach zeitlos. Romantik, Klassizismus und Realismus treffen sich, neben dänischen kamen mit der Zeit auch zusehends deutsche Einflüsse hinzu, etwa von Johann Erdmann Hummel sowie der frühen Münchner Schule.

Nach dem Studium in Kopenhagen wirkte er für einige Zeit in Charlottenborg, zu dessen Jahresausstellungen 1826-28 er mit großem Erfolg beitragen konnte; drei seiner Bilder aus jener Zeit fanden den Weg in die königliche Kunstsammlung. Anschließend war Bendz für eine Weile als Assistent im Atelier Eckersbergs tätig.

Ende 1830 ging für ihn ein Traum in Erfüllung, als er ein Reisestipendium erhielt. Sein Ziel war Italien, doch ging er zunächst für eine Weile nach Dresden und Berlin, dann nach München, wo er etwa ein Jahr blieb und sich mit Künstlern der Münchner Schule wie Wilhelm von Kaulbach und Joseph Petzl anfreundete. Befreundet war er auch mit dem Hamburger Christian Morgenstern, dem Großvater des gleichnamigen Dichters.

Im Spätsommer 1832 brach er schließlich mit seinen Freunden Petzl und dem norwegischen Landschafter Thomas Fearnley in Richtung Rom auf, hielt sich jedoch zunächst in Venedig auf. Petzl fertigte damals ein Porträt in Bleistift und Aquarell von Bendz an, welches dieser seiner Verlobten nach Kopenhagen sandte.

Rom sollte er allerdings nie erreichen, denn nur zwei Monate später erlag der 28jährige in Vicenza (bei Venedig) einer Lungenentzündung (auch von einer Magenentzündung ist zu lesen). Wir wissen nicht, zu welcher Meisterschaft Bendz sich noch emporgerungen hätte, wäre ihm die Zeit geblieben, doch das, was wir sehen können, ragt schon als beeindruckende Leistung aus der dänischen Kunstgeschichte heraus.

 

Verweise:

https://www.europeana.eu/portal/de/explore/people/72925-wilhelm-bendz.html
https://www.ramsau.de/kultur/landschaftsmaler/233-kul-wilhelm-benz.html
http://www.artnet.com/artists/wilhelm-ferdinand-bendz/
https://www.kulturstiftung.de/das-museum-bad-arolsen-erwirbt-wilhelm-bendz/

Aus dem Goldenen Dänischen Zeitalter: Wilhelm Bendz https://art-depesche.de/images/adfg.jpg Ruedi Strese