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Christian Morgenstern „Schwedische Küstenlandschaft“ (Öl auf Leinwand, 1832)

Berlin - Wenn wir den Namen Christian Morgenstern hören, denken wir üblicherweise zuerst an den berühmten Dichter, den Verfasser der herrlich kauzigen Galgenlieder. Dieser war jedoch nicht die einzige Künstlerbegabung der Familie: sein gleichnamiger Großvater war bereits ein bemerkenswerter Landschaftsmaler, dessen Werk in seiner Zeit angesehen war und welches verdient, auch der Gegenwart wieder ins Gedächtnis gerufen zu werden.

Als Christian Ernst Bernhard Morgenstern 1805 in Hamburg geboren wurde, war sein Vater Carl Heinrich noch Miniaturmaler, doch verstarb dieser bereits 1813. Immerhin hatte er ihm anscheinend seine Neigung zur Kunst vermacht, und als 13jähriger trat der Junge folgerichtig zur Ausbildung in die Grafikwerkstatt der drei Brüder Peter, Christoffer und Cornelius Suhr ein.

Letzterer nahm ihn 1818 als Gehilfen mit auf eine zweijährige Rundreise durch Deutschland, welche ihm reiche Gelegenheit zum Zeichnen gab; 1822 folgte eine einjährige Rußlandreise. Nach der Rückkehr ging Morgenstern eigene Wege und ging 1824 als Schüler in die Werkstatt des Hamburger Malers und Grafikers Siegfried Bendixen, welcher ihn zu ausgiebigen Naturstudien anhielt.

Wie viele Hamburger Maler ging er 1827/28 mangels einer eigenen Hamburger Kunsthochschule zum Abschluß seiner Ausbildung nach Kopenhagen und unternahm Studienreisen nach Schweden und Norwegen. Als hilfreich erwies sich der von Bendixen vermittelte Kontakt zu dem Maler, Kunsthistoriker und Mäzen Friedrich von Rumohr. Dieser ließ ihn nicht nur die Sommer auf seinem Holsteiner Gut verbringen, überdies riet er ihm zum Umzug nach München, wo er in den Kreisen der Münchner Schule verkehrte und mit seinen realistischen Landschaften große Anerkennung fand. Freilichtstudien aus jenen Jahren werden überdies aufgrund ihrer Behandlung des Lichts und der lockeren Malweise als Vorläufer des Impressionismus gewertet.

Als einschneidendes Ereignis erwies sich die Rückkehr Carl Rottmanns aus Griechenland 1835, denn Morgenstern ließ sich stark von dessen dramatischem, spätromantischem Stil beeinflussen. Auch der Kontakt mit Andreas Achenbach aus der Düsseldorfer Schule, welcher seinerzeit in München weilte, dürfte einen Einfluß gehabt haben. Morgensterns spätromantische Werke werden aufgrund ihrer Ausrichtung auf Stimmung und Gefälligkeit vielfach geringer geschätzt als sein freieres Frühwerk.

In den folgenden Jahren konnte Morgenstern als etabliert gelten, längere Aufenthalte führten ihn ins Elsaß, in seinen Geburtsort Hamburg (dessen „Künstlerverein von 1832“ er sich anschloß), nach Tirol, Venedig oder auf Helgoland. Die Sommer verbrachte er ab 1853 malend am Dachauer Moos, später am Starnberger See oder Chiemsee. Sein Hauptbezugsort blieb jedoch München, wo er 1867 verschied und auf dessen Altem Südlichen Friedhof er bestattet ist. Landschaftsmaler wurde übrigens auch sein Sohn Carl Ernst (1847-1928), und der Enkel Christian (1871-1914) ... aber das ist ja sowohl allgemein bekannt als auch bereits erwähnt worden.

 

Verweise:

https://www.neumeister.com/kunstwerksuche/kuenstler/859/0/
https://www.epochtimes.de/feuilleton/kultur/der-maler-christian-morgenstern-a5921.html
http://www.arcadja.com/auctions/de/morgenstern_christian/kunstler/459377/
http://www.kunstmarkt.com/pageskue/kunst/_id122278-/kuenstlerbio_bericht.html?_q=

Christian Morgenstern - Landschafter zwischen Realismus und Spätromantik https://art-depesche.de/images/sdfg.jpg Ruedi Strese