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Georg Emil Libert „Landschaft mit einem Knaben vor einem Grabhügel” (Öl auf Leinwand, 1885)

Bremen - Das Dänische Goldene Zeitalter traf als kulturelle Hochblüte weitgehend mit der Romantik zusammen, und in der Kunst der Landschaftsmalerei sind dort Maler wie Johan Thomas Lundbye, Christen Købke, P. C. Skovgaard oder auch Louis Gurlitt prägend gewesen, doch es gab zahlreiche weitere, so etwa Georg Emil Libert, welchen wir diesmal in unserer Serie biographischer Skizzen vorstellen wollen.

Die uns verfügbaren Daten sind spärlich und zum Teil mit Vorbehalt zu betrachten, dies vorab, doch geboren wurde jener 1820 in Kopenhagen als Sohn eines Kunsttischlers. Bereits in sehr jungen Jahren soll er an der in Kopenhagen ansässigen Königlich Dänischen Kunstakademie gelernt haben, früheste Werke zeigen Ansichten der Heimatstadt. Das erste von ihm erhaltene Landschaftsgemälde, eine Mondnacht, schuf er 1837, mit 17 Jahren.

Um Medaillen bewarb er sich an der Akademie nicht, denn seine Neigung zur Landschaft stand früh fest, die Medaillen blieben jedoch seinerzeit noch den als höchste Kunst geltenden Historienbildern vorbehalten. Sein wichtigster Lehrer damals war der romantische Historienmaler Johan Ludvig Lund (1777-1767).

1845 beantragte er von der Akademie Unterstützung für Studienreisen, ein solches Stipendium wurde ihm im Folgejahr gewährt; er verbrachte die Zeit vor allem in München. Nach seiner Rückkehr im Jahr 1850 wurde ihm angetragen, sich um die Mitgliedschaft in der Akademie zu bewerben, die Aufnahme erfolgte jedoch (anscheinend aus formalen und inhaltlichen Gründen) erst 1887, mit der geringsten Zustimmung.

Die Jahre 1857-59 befand er sich wieder auf Reisen, vor allem in der Schweiz und Deutschland; insbesondere bei Landschafterkollegen in München suchte er Inspiration. Eine kurz darauf für den Grafen Moltke-Bregentved gemalte Ansicht des Heidelberger Schlosses zählt zu seinen bedeutendsten Arbeiten und erlangte im Jahr 1994 bei einer Versteigerung bei Sotheby's in München einen beachtlichen Preis.

Oft stellte er im Palast Charlottenborg aus sowie bei der 1825 gegründeten Kunstforeningen (Künstlervereinigung), welche insbesondere mit der Malerei des Goldenen Zeitalters verknüpft ist. Er wurde mit Landschaften Deutschlands, Norwegens und Dänemarks erfolgreich; speziell seine Ansichten der Insel Bornholm, wo auch eine Klippe nach ihm benannt ist, verschafften ihm einen guten Ruf. Aktiv war er auch als Mitbegründer der Künstler-Pensions- und Unterstützungskasse (1951) sowie des Kunstverein „Fremtiden” („Die Zukunft”).

Er starb 1908 in Kopenhagen, auf dessen Holmens Kirkegård er bestattet liegt. Seine Bilder befinden sich unter anderem in der Königlichen Kunstsammlung sowie der Dänischen Nationalgalerie.

 

Verweise:

http://www.artnet.com/artists/georg-emil-libert/
https://gravsted.dk/person.php?navn=georgemillibert
https://www.invaluable.com/artist/libert-georg-emil-ftlvkn7bff/sold-at-auction-prices/
https://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=12815
https://art-depesche.de/malerei/402-der-dänische-nationalromantiker-christen-købke.html
https://art-depesche.de/malerei/566-der-holsteinische-landschaftsmaler-louis-gurlitt.html
https://art-depesche.de/malerei/570-aus-dem-goldenen-dänischen-zeitalter-wilhelm-bendz.html

Georg Emil Libert - romantischer Landschafter aus Dänemark https://art-depesche.de/images/Landschaft_mit_einem_Knaben_vor_einem_Grabhuegel.jpg Ruedi Strese