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John Haughton Hague „Oldham Street Sweepers, Lancashire” (Öl auf Leinwand, 1873, Foto: Gallery Oldham

Bremen - Nicht nur einzelne Künstler, bisweilen auch ganze Malervereinigungen und -schulen sind heutzutage der Vergessenheit anheimgefallen. Dies trifft auf die Manchester School of Painters zu, welche eine der frühesten nichtakademischen Gruppierungen Englands war. Landschaften, Porträts und Genrebilder meist naturalistischer Prägung entstanden dort. Zu den prominenteren Mitgliedern gehörte John Haughton Hague.

Schlüsselfigur und Gründer der Gruppe war der seinerzeit durchaus erfolgreiche Maler, Radierer und Fotograf Joseph Knight (1837-1909). Dieser galt als Freigeist, und aus seiner Position als anerkannter Maler erlaubte er sich, ganz nach eigenem Gutdünken zu malen, ohne sich um akademische Konventionen zu scheren, was ihm die Bewunderung der jüngeren Maler einbrachte.

Diese hatten zwischenzeitlich alle einmal an der Manchester School of Art studiert, waren aber mit dem Akademismus, welcher sich dort am strengen South Kensington-System der Kunsterziehung, bei welchem hauptsächlich die genaue Zeichnung nach antiken Vorbildern gelehrt wurde, orientierte, sehr unzufrieden.

Sie hatten ihren regelmäßigen Treffpunkt in Knights Atelier in Manchester, wo sie sich über neue Techniken austauschten. Mehrere von ihnen gingen auch für einige Monate nach Pont-Aven in der Bretagne, bis heute berühmt als späterer Wirkensort Paul Gauguins, wo sie sich intensiv mit Freilichtmalerei befaßten.

Zu den Schülern um Knight gehörten die Brüder Joshua Anderson Hague (1850-1916, später Leiter der Gruppe) und John Houghton Hague (1842-1934), James Hey Davies (1844-1930), Frederick William Jackson (1859-1918), William Meredith (1851-1916), John Herbert Evelyn Partington (1843-1899) und Richard Gay Somerset (1848-1928).

John Haughton Hague also lernte gleichsam zunächst an der Manchester School of Art und ging 1872 zur Freilichtstudium nach Pont-Aven. Nach seiner Rückkehr zog er nach Oldham, wo ihm eine Lehrstelle an der Oldham School of Art angeboten worden war. Er galt als exzellenter Lehrer. Unter seinen Schülern in Oldham waren Fred Jackson, George Wimpenny und als sicher bedeutendster William Stott of Oldham, welchen wir hier kürzlich unseren Lesern vorstellten.

Seine Künstlerfreunde in Oldham waren Charles Poller, R. O. Bottomley und Tom Heywood. Er reiste als Maler auch nach Schweden und Belgien, dessen Kunstakademie er sogar angehörte, doch vorrangig war er in Oldham tätig, wo er auch seinen Lebensabend verbrachte.

Seine realistische Kunst umfaßt Genreszenen, Porträts und pittoreske Landschaften, sie verzeichnet unter anderem Einflüsse französischer Naturalisten von Barbizon, und lokal hat er vor allem auch ob seiner genauen Wiedergabe seines Wohnorts zu einer Zeit, als die Fotografie noch nicht sehr verbreitet war, Bedeutung. Bilder Hagues finden sich entsprechend vor allem in der Gallery Oldham.

 

Verweise:

https://artuk.org/discover/artworks/search/actor:hague-john-haughton-18421934
https://art-depesche.de/malerei/594-vergessener-meister-des-britischen-impressionismus-william-stott-of-oldham.html
https://www.sellingantiques.co.uk/669445/joshua-anderson-hague-18501916-manchester-school-north-wales/

John Haughton Hague und die Malerschule von Manchester https://art-depesche.de/images/Oldham_Street_Sweepers_Lancashire.jpg Ruedi Strese