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Otto Dix „Josef Hegenbarth I (von vorn)“ (Kreidelithographie, 45 x 33 cm, 1961)

Berlin - Unseren Lesern ist sie bereits seit längerem bekannt, die Sammlung in der Hauptstadt, welche sich der Pflege des Andenkens von Josef Hegenbarth, dem bedeutenden Zeichner der frühen deutschen Moderne, widmet, und überdies vor allem Graphikkünstlern der Gegenwart eine Plattform bietet. Im September letzten Jahres wurden die neuen Räumlichkeiten in Wilmersdorf eröffnet, wir waren nun erstmals dort zu Besuch, um uns (metaphorisch) ein Bild zu verschaffen.

Zuerst sei festgestellt: der Ausstellungsraum ist etwas kleiner, doch es gibt ihn. Für einige Monate wurden als „Wegweisungen für gezieltes Umherirren“ dort Neuzugänge der letzten Jahre vorgestellt, darunter mehrere Arbeiten Hegenbarths, und, wohl an prominentester Stelle, eine eindrucksvolle Kreidelithographie von Otto Dix, welche den bereits von Krankheit gezeichneten Hegenbarth kurz vor seinem Tode festhält.

Gegenwärtiges fand gleichfalls den Weg in die Sammlung. Eine Folge von Thomas Baumhekels sich periodisch vermehrender Reihe von Briefmarken-Collagen zur Zusammensetzung des Sächsischen Landtages seit 1990 schaffte es kürzlich in eine Ausstellung des Museums der Bildenden Künste Leipzig, Björn Drenkwitz’ gefaltete Cyanotypien sind von einigem ästhetischem Reiz, eine Handzeichnung von Nicole Wendel erscheint als vielschichtige Mischung aus Landschaft und Formlosigkeit.

Das Künstlerinnenduo <usus> steuert zwei Skizzenhefte bei, in den Zeichnungen Nicole Schucks überlagern sich überaus lebendige Tierdarstellung und — Stadtpläne. Weitere Neuzugänge stammen von Prof. Nanne Meyer, Gabriela Volanti, Bodo Rott, Anna Slobodnik und Prof. Sigurd Rompza.

Im gleichen Raum befindet sich nun das Schaudepot. „Raus aus der Schublade — Kunst auf Papier neu gesichtet“ soll es bis zum 25. März 2020 heißen. Besucher können sich nach vorheriger Anfrage bis zu vier Blätter aus dem Online-Verzeichnis der Handzeichnungen in der Hegenbarth-Sammlung vorlegen lassen: https://www.josef-hegenbarth.de

Gerne wählt die Hegenbarth-Sammlung auch selbst besonders interessante Arbeiten für ihre Gäste aus. Die Bibliothek, welche sich vorrangig mit dem Schaffen Hegenbarths befaßt, ist um Einiges gewachsen und lädt den Besucher zu weitergehenden Nachforschungen ein.

Überdies sind auch für die kommende Zeit Vorträge sowie Vorstellungsabende für zeitgenössische Kunst geplant, Näheres dazu entnehmen Sie bitte der Netzpräsenz der Sammlung. Deren Räume befinden sich in der Laubacher Straße 38 in 14197 Berlin und können mittwochs von 12 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung besucht werden. Kontakt unter +49 (0) 30 23 60 99-99 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Der Eintritt ist kostenlos.

 

Verweise:

https://www.herr-hegenbarth-berlin.de/de/

Neues von der Hegenbarth-Sammlung https://art-depesche.de/images/Josef_Hegenbarth_I.png Ruedi Strese