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David Popiashvili „Braut“ (Öl auf Leinwand, 40 x 50 cm, 2017)

Berlin - Bis zum 30. März werden in der Berliner Galerie Ars Pro Dono Bilder mehrerer von dieser vertretener georgischer Künstler zu sehen sein. „Georgische Motive“ ist als Titel passend gewählt, denn der Schwerpunkt liegt bei folkloristisch beeinflußten Arbeiten.

David Popiashvili ist für unsere Leser schon ein „alter Bekannter“. Der 1969 in Tbilisi geborene Meister schafft es, von der Ikonenmalerei kommend, deren alten und zeitlosen Stil mit naiver Malerei und leicht an Chagall erinnernder Expressivität zu verbinden. Themen aus Religion und Folklore, Genreszenen und Stilleben sind sein Metier, es paaren sich Anmut, technische Meisterschaft und hohe Eigenständigkeit. Einen Popiashvili erkennt man auf den ersten Blick!

Eine gewisse Verwandtschaft zeigt Nodar Badurashvili. Auch hier werden Einflüsse aus Ikonenmalerei, naiver Kunst und Folklore vermengt, der Schwerpunkt ist jedoch ein anderer. Die Bilder wirken in der Regel lichter und leichter als jene Popiashvilis, und die genaue Zeichnung tritt hinter das Malerische zurück.

Gizo Khubua war der erste georgische Künstler im Programm der Galerie. Diese ist zugleich auch Handlung für georgische Weine, und Khubua schuf eine ganze Reihe von Gemälden, welche als Weinetiketten Verwendung fanden. Nun werden diese Bilder und ihre jeweilige Anwendung als Etikett einander beigesellt. Durchaus eine interessante Idee! Auch dieser Maler hat einen recht eigenen Stil; Veduten, Tiere und Figuren werden in sehr kräftigen Farben auf die Leinwand gebracht, mit leichtem Hang zum Märchenhaften.

Vom selben Künstler stammt eine Werkgruppe, welche sich an Niko Pirosmani (1862-1918) orientiert, dem international bekanntesten Vertreter der georgischen naiven Malerei. Größtenteils handelt es sich dabei um Repliken, einige Bilder sind jedoch eigene Schöpfungen, welche mit Zitaten aus dem Werk Pirosmanis arbeiten.

Gocha Ginturi wiederum ist Zeichner. Seine allein mit dem Bleistift auf Papier geschaffenen Arbeiten sind thematisch und stilistisch sehr vielfältig, von der sehr detaillierten georgischen Landschaft und dem realitätsnahen Porträt geht es bis hin zu Genreszene und Karikatur.

Nincho Kurashvili, geboren 1975, war Meisterschülerin Friedensreich Hundertwassers und besuchte überdies die Meisterklasse für Design bei Jil Sander. Von ihren früheren abstrakten Bildern hat sie zu charmanten folkloristischen Figurendarstellungen gefunden, welche sich ganz problemlos in den Rahmen der Ausstellung fügen.

Der letzte im Bunde und wieder ein Künstler, welcher unseren treuen Lesern bereits bekannt sein dürfte, ist Gia Revazishvili, geboren 1954 in Tbilisi. Auch er gehört zu den weltweit erfolgreichen georgischen Malern, seine Bilder haben naive Anklänge und wirken insgesamt ausgesprochen lyrisch.

Abschließend sei erwähnt, daß die meisten der Arbeiten bereits in früheren Ausstellungen der Galerie zu sehen waren, doch die Zusammenstellung sehr gelungen ist, und wer sich einen Überblick über georgische Malerei verschaffen möchte, liegt hier sicher nicht falsch. Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet hat sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr.

 

Verweise:

https://www.arsprodono.de/?language=de
https://art-depesche.de/malerei/294-georgische-novellen-neue-arbeiten-von-david-popiashvili-in-berlin.html
https://www.facebook.com/pg/Nodar-Badurashvili-185221734978493/posts/
https://www.arsprodono.de/?cat=c98_Gizo-Khubua-gizo-khubua.html

„Georgische Motive“ - Gruppenausstellung bei Ars Pro Dono https://art-depesche.de/images/Braut.jpg Ruedi Strese