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Carl Daniel Freydanck „Ansicht der Friedrichwerderschen Kirche“ (Öl auf Leinwand, 1839)

Berlin - Mittlerweile ist in der Corona-Krise absehbar, daß gar so katastrophale Zustände wie in Italien und einigen anderen Gebieten in Deutschland aus verschiedenen Gründen nicht eintreten werden. Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Schaden ist schwer abzuschätzen, diskutiert wird nun, inwieweit Lockerungen sinnvoll und angemessen sind. Die Argumente der verschiedenen Seiten kann jeder selbst nachlesen. Für uns ist erfreulich, daß der Kulturbetrieb zwar noch weit von der Normalität entfernt ist, aber hier und da immerhin erste vorsichtige Schritte gewagt werden. Wir schauen mal, was sich in den Museen der Hauptstadt und des nahegelegenen Potsdams so tut ...

Kommen wir in eigener Sache nochmal kurz auf Italien zurück: der Flug nach Rom für Anfang Mai war bereits gebucht, und gerne hätten wir zu der sensationellen Ausstellung zu Raffaels 500. Todestag im Museum Scuderie del Quirinale berichtet. Auch ein Besuch der Galleria Comunale d'Arte Moderna war vorgesehen. Hier ist eine Lockerung jedoch vorerst nicht absehbar. Wann wird sich die Situation dort entspannen? Ein kleiner Nachtrag zum Thema Italien, wohin wir einige Kontakte halten, findet sich unter dem Text, um hier nicht zu weit abzuschweifen.

https://www.dw.com/de/ausstellung-der-superlative-so-feiert-rom-den-renaissance-maler-raffael-kunst-vatikan/a-52636526

Wie geht es also nun hier weiter? Hoffnung gibt es für die vielleicht bedeutendste Schau in Deutschland 2020, jener zu Monet im Potsdamer Museum Barberini. Das Land Brandenburg hat einer Wiederöffnung der Museen unter Beachtung strenger Hygienevorschriften zugestimmt, derzeit prüft das Barberini, wie sich dies am besten umsetzen ließe. Angeboten wird nun alternativ auch eine Live-Online-Führung, welche in der Testphase vom 20. April bis 9. Mai noch kostenfrei sein soll. Näheres dazu:

https://www.museum-barberini.com/site/assets/files/1061829/barberini_live_tour.pdf

Ab September soll dann übrigens die über 100 Gemälde umfassende Impressionisten-Sammlung Hasso Plattners vollständig in der Dauerausstellung zu besichtigen sein. Wir sind gespannt!

Vorerst geschlossen bleibt leider das Potsdam Museum mit der fantastischen Ausstellung zum deutschen Impressionisten Karl Hagemeister (die ART DEPESCHE berichtete). Hier wurde jedoch das Online-Angebot ausgebaut.

https://www.potsdam-museum.de/ausstellung/karl-hagemeister-das-licht-das-ewig-wechselt-landschaftsmalerei-des-deutschen

Auf die Wiedereröffnung des Charlottenburger Bröhan-Museums ab dem 12. Mai freuen wir uns bereits, denn so werden wir die Ausstellung „Zu wenig Parfüm, zu viel Pfütze“ anläßlich Hans Baluscheks 150. Geburtstag doch noch besichtigen können ... und selbstverständlich darüber berichten! Auch hier sind natürlich Einschränkungen wegen der Hygienevorschriften zu erwarten.

https://www.broehan-museum.de/vorschau/schliessung-des-broehan-museums-bis-19-4-2020/

Wann mit der Wiedereröffnung der Staatlichen Museen zu Berlin zu rechnen ist, ist derzeit noch nicht klar. Schade ist dies insbesondere wegen der Ausstellung zu den belgischen Symbolisten, welche ab 15. Mai in der Alten Nationalgalerie zu sehen sein sollte ... aber es besteht Hoffnung. Zudem wird auch dort das Online-Angebot kontinuierlich erweitert.

https://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/alte-nationalgalerie/home.html

Keine ganz neuen Neuigkeiten, aber immerhin etwas gibt es auch zu der von Karl Friedrich Schinkel entworfenen Friedrichwerderschen Kirche in Berlin-Mitte. Diese war aufgrund gravierender Schäden am Bau lange geschlossen, nun ist die Sanierung beendet. Die Wiedereröffnung ist für den Herbst des Jahres vorgesehen, zu sehen sein sollen Skulpturen aus der Zeit Schinkels.

https://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/friedrichswerdersche-kirche/ueber-uns/nachrichten/detail/ab-2020-schinkel-in-der-friedrichswerderschen-kirche.html

Der erste Spatenstich für das neue Museum zur Kunst des 20. Jahrhunderts, ebenfalls Teil der Nationalgalerie, wurde bereits im Dezember 2019 getan. Die Eröffnung ist für das Jahr 2026 vorgesehen. Passiert da gerade etwas? Ehrlich gesagt: wir wissen es nicht. Immerhin haben wir es erwähnt!

https://www.nationalgalerie20.de/home/

Das war also unser kleiner Überblick über das Geschehen in den Museen Berlins und Potsdams.Noch geschieht nicht viel, doch ein Anfang ist erkennbar, und wo ein Wille, ... Hoffen wir auf diesen Willen. Wir bleiben dran!

 

Ach ja ...

Wie versprochen der fachferne Nachtrag zum Fall Italien: es handelt sich hier um eine ganze Reihe vondiskutierten Ursachen, die zusammen betrachtet werden sollten. Dazu gehören das besonders hohe Durchschnittsalter, das häufige Zusammenleben mehrerer Generationen, die permanente Überlastung des Gesundheitssystems (Mangel an Krankenhausbetten und schlechte Hygiene) bereits vor Corona-Ausbruch, eine hohe Luftverschmutzung, der leichtfertige Antibiotika-Einsatz und deshalb resistente Erreger, umfassende Durchseuchung vor Entdeckung der Krankheit; außerdem wurden leichte Fälle anders als hierzulande oft gar nicht getestet, sondern oft erst schwere Fälle sowie bereits Verstorbene, was zu einer höheren Fallsterblichkeit führt. Damit soll für Deutschland nicht Leichtfertigkeit vorgeschlagen werden, doch mag es zum Verständnis der Lage beitragen. Schauen wir!

Coronakrise: Museen in Berlin und Potsdam bald wieder geöffnet? https://art-depesche.de/images/Friedrichswerdersche_Kirche-Freydanck.jpg Ruedi Strese