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Johann Fischbach „Berchtesgaden mit dem Watzmann“ (Öl auf Leinwand, 1836)

Bremen - Unter den bekanntesten Malern des Biedermeiers in Österreich findet sich der Landschafts- und Genremaler Johann Fischbach. Im Vergleich zu ausgemachten Romantikern wie Caspar David Friedrich neigte er zwar durchaus zum Schönen, Träumerischen und Stimmungsvollen, verzichtete jedoch auf die metaphysische Dimension, bleibt insofern Realist.

Geboren wurde er 1797 in Grafenegg als Sohn eines Dieners des Grafen Breuner. Ab 1813 studierte er an der Wiener Akademie der Bildenden Künste bei Franz Zauner Edler von Falpatann sowie Joseph Mößmer, welche ihren Zögling sehr schätzten und von großem Einfluß waren. Er durfte früh als Hilfslehrer arbeiten, und 1821 wurde ihm ein Großer Preis für eine „ideale Landschaft“ verliehen; 1822 hatte er in St. Anna seine erste bedeutende Ausstellung, welche ihm die Gunst des Adels einbrachte. Er wurde einer der bedeutendsten Künstler in Wien. 1837 folgte eine Zeit in Rom.

1840 kam er nach Salzburg, wo er als Maler gleichfalls rasch Anerkennung erfuhr und eine der führenden Figuren des lokalen Kunstgeschehens wurde, so war er 1844 Mitbegründer des Salzburger Kunstvereins und gründete eine eigene kleine Akademie. Unterrichtet wurden hier beispielsweise Johann Makart und (als Kind) dessen bekannterer Sohn Hans Makart sowie Josef Mayburger.

Fischbach wurde als Vertreter des österreichischen Biedermeier überaus erfolgreich. Das nach seiner Auffassung dem biedermeierlichen Weltverständnis des naturnahen, einfachen Menschen am nächsten kommende Bauerntum wurde in zahlreichen Genreszenen liebevoll dargestellt; dabei bildete die den Menschen prägende Landschaft den Hintergrund. Der Kitsch wurde jedoch recht elegant vermieden.

Sein Hauptthema war allerdings die Landschaft, vom Dorf über den Wald bis zu den mächtigen hohen Alpen; er beherrschte die beschauliche wie die heroische Stimmung, immer galt sein Blick dabei dem Seelenvollen und Schönen.

Des Weiteren trat er mit gekonnten Bildnissen und einigen Stilleben hervor; überliefert sind auch Naturstudien, etwa von Wolken. Als Meister erwies er sich zudem im lyrischen Aquarell und der akribischen Handzeichnung. Eine Serie seiner Kohlezeichnungen mit „Malerischen Ansichten von Salzburg und Oberösterreich“ wurde in Stahlstiche übersetzt und fand so weite Verbreitung. 1851 ließ er eine Villa nebst selbst gestalteter Parkanlage im Salzburger Stadtteil Aigen errichten, welche bis heute als Fischbachvilla erhalten ist.

Einen schweren Schicksalsschlag stellte 1860 der Tod des geliebten Sohnes August dar; dieser hatte selbst einen Weg als talentierter Maler begonnen. In Folge dieses Ereignissen hielt es Fischbach nicht länger in Salzburg, und er begab sich nach München, wo er den Lebensabend verbrachte und 1871 als angesehener Mann verschied.

 

Verweise:

https://gedaechtnisdeslandes.at/personen/action/show/controller/Person/?tx_gdl_gdl%5Bperson%5D=805
https://www.biographien.ac.at/oebl_1/319.pdf
https://www.dorotheum.com/de/k/johann-fischbach/
http://www.artnet.de/künstler/johann-fischbach/
https://www.sn.at/wiki/Johann_Fischbach

Johann Fischbach - Landschafter des Biedermeier https://art-depesche.de/images/Berchtesgaden_mit_dem_Watzmann.jpg Ruedi Strese