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Johannes Lingelbach „Hafen am Mittelmeer“ (1670)

Berlin - Er war gebürtiger Frankfurter, sicherte sich jedoch seinen Platz innerhalb des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei. Dieses Umfeld sowie ausgiebige Italienaufenthalte prägten sein vornehmlich aus Historienbildern, Genreszenen und Landschaften bestehendes Werk.

1622 geboren, kam Johannes (oder auch Johann) Lingelbach als Jugendlicher (die genauen Angaben gehen wieder einmal auseinander) mit seiner Familie bereits nach Amsterdam, welches damals, wie die gesamten Niederlande, noch zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte. Der Vater war Techniker und gestaltete u.a. ein unterhaltsames Labyrinth im Amsterdamer Stadtteil Jordaan, der Sohn wollte jedoch früh bereits Maler werden und begann die entsprechende Ausbildung vor Ort.

Es wird angenommen, daß er etwa 1642 nach Paris ging, sicher jedoch lebte er in Italien, wo er sich vor allem in Rom aufhielt. Dies dürften die Jahre 1644 (?) bis 1653 gewesen sein. Beeinflußt wurde er wohl vom etwa zur gleichen Zeit in Italien weilenden Nicolas Berchem und indirekt durch Pieter van Laer (dem manche seiner Werke fälschlich zugeschrieben wurden), insbesondere bei den Landschaften auch durch Philips Wouwerman.

Er zählt zu den herausragenden Bamboccianti, vornehmlich flämischen und niederländischen Malern des 17. Jahrhunderts, welche die Einflüsse der italienischen Landschaft und Malerei in den Norden brachten. Italienische Künstler, deren Spuren sich in Lingelbachs Werk finden, sind vor allem Caravaggio mit seinem Realismus bei den Figuren und dem bekannten Chiaroscuro-Effekt und in den Architekturdarstellungen der Vedutenmaler Viviano Codazzi. Als besonders gelungen gelten in seinen Werken die Beachtung von Licht und Raumgestaltung.

Dabei beherrschte er sowohl die Landschaftsmalerei als auch die Figurendarstellung, ob diese nun im Vordergrund oder lediglich als Staffage auftauchten. Diese Fähigkeit machte ihn nach der Rückkehr nach Amsterdam zum geschätzten Partner erfolgreicher Landschafter, der u.a. Werke von Meistern wie Meindert Hobbema, Jan van der Heyden oder Adriaen Hendriksz Verboom mit Personen- und Tierstaffage ergänzte.

Die letzten Jahre von 1662 bis zu seinem Tod 1674 lebte er in Reestraat, einer kleinen Straßen unweit der Prinsengracht. Er pflegte eine enge Freundschaft mit dem Porträtmaler und Kunsthändler Jürgen Ovens und soll die Stadt nicht mehr verlassen haben. Seine Werke sind in etlichen Museen vertreten, darunter das Frankfurter Städelmuseum, das Rijksmuseum Amsterdam, die Londoner National Gallery und die Eremitage in Sankt Petersburg.

 

Verweise:

https://www.virtualuffizi.com/johannes-lingelbach.html
http://www.getty.edu/art/collection/artists/513/johannes-lingelbach-dutch-1622-1674/
https://www.dorotheum.com/de/k/johannes-lingelbach/
http://www.artnet.de/künstler/johannes-lingelbach/
https://art-depesche.de/malerei/79-meindert-hobbemas-lichte-landschaften.html

Johannes Lingelbach: Barock zwischen Rom und Amsterdam https://art-depesche.de/images/Johannes_Lingelbach_-_Harbour_on_the_Mediterranean.jpg Ruedi Strese