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Das Areal des Brauhausberges in Potsdam, links das ehemalige Restaurant „Minsk“ (Botaurus, 2010)

Potsdam - Nicht lange ist es her, da hat die Hasso Plattner Foundation mit der Begründung des Museums Barberini in Potsdam eines der wichtigsten deutschen Kunstmuseen ins Leben gerufen, mit ständigen hochkarätigen Wechselausstellungen. Die eigene Sammlung Plattners hat zwei Schwerpunkte: zum einen die Impressionisten, welche ab Herbst dieses Jahres dauerhaft im Museum Barberini zu sehen sein sollen, und zum anderen Kunst aus der ehemaligen DDR. Diese war bislang in Teilen im Barberini zu sehen, der neue dauerhafte Ausstellungsort wird derzeit restauriert.

Am Fuße des Brauhausberges in Potsdam liegt das dafür vorgesehene Bauwerk, ein originelles Beispiel von DDR-Architektur, ein ab Anfang der 1970er Jahre errichteter Plattenbau, welcher ursprünglich das 1977 eröffnete Terrassenrestaurant „Minsk“ beherbergte, welches mit seinen weißrussischen Spezialitäten zu einem beliebten Ausflugsziel und eine der ersten kulinarischen Adressen der DDR wurde. Es teite sich die Lokalität mit dem Café „Potsdam“.

Seit dem Jahr 2000 stand das Haus leer, verfiel, der Abriß wurde diskutiert und dann verworfen, doch erst der Unternehmer und Kunstsammler Hasso Plattner konnte schließlich ein tragfähiges Konzept für die weitere Nutzung vorschlagen, welches im Frühjahr 2019 die einhellige Zustimmung der Potsdamer Stadtverordneten fand.

Die Stiftung kaufte das Bauwerk, und nun soll es, nah am Original, saniert werden und zum einen als Museum für Plattners DDR-Kunstsammlung fungieren, zum anderen soll wieder ein Café seinen Betrieb aufnehmen. Des Weiteren sollen auf dem Areal 120 preisgedämpfte Mietwohnungen errichtet werden.

Plattner ist ein Mann, der vorzugsweise Nägel mit Gewinde macht. Schnell begannen die Arbeiten, und aktuell sind seit Januar Bauarbeiter unter anderem mit dem Entfernen schadstoffhaltigen Materials wie Asbestplatten beschäftigt. Bereits im Herbst 2021 sollen das neue Terrassencafé und das Museum die Pforten öffnen.

Daß es ernst wird, zeigt nun ein weiterer Schritt, denn schon im August soll die Gründungsdirektorin des im Entstehen befindlichen Museums ihre Arbeit aufnehmen, wie die Stiftung in einer Pressemitteilung bekanntgab.

Paola Malavassi heißt die Dame, wurde 1978 geboren. In Heidelberg studierte sie Kunstgeschichte und Philosophie. Von 2005 bis 2011 war sie im auf Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart spezialisierten Kölner Museums Ludwig Assistentin des Direktors Kasper König, seit 2016 leitete sie die Berliner Abteilung der Julia Stoschek Collection.

Nun wird sie also die Präsentation der Plattnerschen Sammlung von DDR-Kunst und die wissenschaftliche Erkundung und Aufbereitung des Themenfeldes übernehmen. Mit Willi Sitte, Werner Tübke, Bernhard Heisig, Stefan Plenkers, Wolfgang Mattheuer, Arno Rink, Günter Firit u.a. sind bedeutende Namen der DDR-Kunst vertreten. Diese Schätze vollständig und ansprechend dargeboten zu bekommen sollte den Besuch des Hauses lohnen.

 

Verweise:

https://www.museum-barberini.com/stiftung-und-stifter/
https://berlinstaiga.de/themen/kultur-architektur/minsk-potsdam/
https://www.potsdam-wiki.de/index.php/Restaurant_Minsk

Neues vom kommenden Museum MINSK in Potsdam https://art-depesche.de/images/Potsdam-Leipziger-Dreieck-10-01-2010-15.jpg Ruedi Strese