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Claude Monet: Bordighera, Italien (Detail), 1884, Öl auf Leinwand, 60 x 73 cm, Hasso Plattner Foundation

Potsdam - Während der kleine Kunstschreiberling von der ART DEPESCHE sich in Selbstmitleid ergeht, da ihm der Besuch der großen Monet-Ausstellung im Potsdamer Museum Barberini aus verschiedenen Gründen bislang nicht vergönnt war, erreicht ihn eine neue Pressemitteilung des Hauses: ab dem 7. September 2020 ist es soweit, die Impressionistensammlung Hasso Plattners zieht dauerhaft in das Museum ein.

Den Impressionisten, jener französischen Kunstströmung, welche ab Mitte der 1860er Jahre Form annahm und spätestens ab 1874 mit der ersten Gemeinschaftsausstellung als eigene Strömung verstanden wurde, welcher es um den darum ging, die vom Auge unter verschiedenen Lichtverhältnissen gewonnenen Eindrücke auf die Leinwand zu bringen, gilt eine besondere Liebe des Verfassers.

Darum ist diese Meldung für uns auch etwas höchst Erfreuliches, denn damit wird Potsdam Schauplatz der größten Impressionistensammlung Deutschlands werden. Wir müssen bedenken, daß das deutsch-französische Verhältnis zum späten 19. und frühen 20. Jahrhundert nicht unbedingt das beste war; sicher ein Grund, daß die staatlichen Museen über keine übermäßigen Bestände dieser Kunst verfügen.

Umso schöner also, daß es Plattners private Sammlung bald ans Licht der Öffentlichkeit wagen wird. Über 100 Gemälde sollen zu sehen sein, mit dabei immerhin 34 der derzeit ausgestellten Monets (darunter Bekanntes wie „Seerosen“, „Getreideschober“ oder „Palazzo Contarini“); auch diese befinden sich im Besitz des Museumsstifters.

Freuen dürfen wir uns auch auf Arbeiten Monets früher Gefährten, namentlich Alfred Sisley, Pierre-Auguste Renoir, Gustave Caillebotte (darunter die herrliche „Brücke von Argenteuil“) und Camille Pissarro. Der Sammler erklärt seine Leidenschaft für die Lichtmalerei: „Die Gemälde beziehen uns als Betrachter unmittelbar mit ein. Wir spüren den Wind auf der Haut und die Temperatur des Wassers, wenn wir Monets Segelboten auf der Seine zusehen. Das schafft keine andere Kunst. Die Impressionisten sind Kommunikationsgenies.“

Von den Divisionisten bzw. Neoimpressionisten wird auf jeden Fall Paul Signac im Programm sein, auch einige Spät- und Postimpressionisten besitzt Plattner. Wir tippen schonmal auf Henri le Sidaner und Maurice de Vlaminck, aber so genau wissen wir es gar nicht. Es wird also ein gutes Stück Überraschung dabei sein!

Der Katalog „Impressionismus. Die Sammlung Hasso Plattner“, herausgegeben von Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, soll pünktlich zum Ausstellungsbeginn im Prestel Verlag erscheinen. Weiteres dann zur Ausstellungseröffnung ...

 

Verweise:

https://www.museum-barberini.com/sammlung-hasso-plattner/
https://art-depesche.de/malerei/640-dem-auge-sein-recht-ein-plädoyer-für-lebenden-impressionismus.html

Ab September dauerhaft im Museum Barberini: Plattners Impressionisten https://art-depesche.de/images/2020_sammlung_plattner_monet-bordighera_hero1440x705.jpg Ruedi Strese