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Henri Alphonse Barnoin „Der Markt von Faouët“ (1926)

Berlin - Ein weitgehend unbekannter Maler aus Frankreich, welcher sein Werk schuf, als die impressionistische Revolution des Sehens längst Geschichte war, der sich dennoch die von dieser geschaffene Auffassung zu eigen machte, war der Pariser Henri Alphonse Barnoin. Seine Ansichten von Häfen, Markten und Straßen Frankreichs, speziell der Bretagne, wissen auch heute zu gefallen.

1882 wurde er in Paris geboren - im selben Jahr kamen auch Georges Braque, Umberto Boccioni und Edward Hopper zur Welt, und es gab die letzte Impressionisten-Ausstellung mit Beteiligung Claude Monets. Sein Vater wie auch zwei seiner Onkel waren selbst Künstler.

Insgesamt ist über Barnoins Leben recht wenig bekannt. Seine professionelle Ausbildung erhielt er in Paris an der École des Beaux Arts. Sein erster Lehrer war Luc-Olivier Merson (1846-1926), welcher größtenteils als Historienmaler des akademischen Realismus gelten kann, zum Teil auch symbolistische Werke mit Verwandtschaft zu Böcklin schuf, und überdies Briefmarken und Banknoten entwarf. Als prägender erwies sich jedoch der zweite Lehrer, Émile Charles Dameron (1848-1908), welcher eine naturnahe Freilichtmalerei vertrat und Barnoin zum Impressionismus führte.

Im Jahr 1909 durfte dieser erstmals auf dem Pariser Salon ausstellen, wo sein Beitrag lobende Erwähnung fand. Er sollte von nun regelmäßig an den jährlichen Salons teilnehmen, und so erhielt er 1921 eine Silber- und 1935 eine Goldmedaille.

1912/13 besuchte er erstmals die bretonische Hafenstadt Concarneau, und ab 1919 sollte er dort dauerhaft einen Teil des Jahres verbringen. Er eröffnete sein Atelier am Quai Pénéroff, welches ein beliebter Anlaufpunkt für zahlreiche Künstler und Keimzelle einer kleinen Kolonie von Malern werden sollte, welche sich von den lebhaften und leichten Szenerien mit Fischerbooten und Märkten angezogen fühlten, der Gruppe von Concarneau. Weitere Themen waren etwa Frauen in traditionell bretonischen Trachten, Prozessionen und die felsigen Küsten der Gegend. Meist kleinere Ölgemälde und Pastelle schuf er, in einem lichtvollen spät- und postimpressionistischen Stil.

1926 wurde Barnoin zum offiziellen Maler der französischen Marine ernannt. Er starb 1940 in Paris. Eine ganze Reihe von Bildern schuf er in der bretonischen Gemeinde Le Faouët. Das dortige lokale Museum besitzt mehrere seiner Arbeiten und veranstalte 2006 eine größere Retrospektive. Auch das Musée des beaux-arts in Quimper und das Musée des beaux-arts in Brest besitzen einige seiner Werke.

 

Verweise:

http://www.artnet.com/artists/henri-alphonse-barnoin/
https://www.invaluable.com/artist/barnoin-henry-alphonse-yetkehmlrt/sold-at-auction-prices/
https://www.delvaille.art/en/henri-alphonse-barnoin-1882-1940-italian-bilancella-in-the-port-of-marseille.htm

Henri Alphonse Barnoin - Bretonische Idyllen im Spätimpressionismus https://art-depesche.de/images/Henri_Barnoin_Le_marche_du_Faouet_Musee_du_Faouet.jpg Ruedi Strese