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Anton Doll „Verschneite Dorflandschaft im Abendlicht“ (Öl auf Leinwand)

Berlin - Veduten der bayerischen Hauptstadt und stimmungsvolle Landschaften in bester romantischer Tradition bilden den Schwerpunkt dieses Münchner Malers, welcher kein Erneuerer war, doch zweifelsohne ein großer Könner. Anton Doll heißt der Mann, dem wir den heutigen Teil unserer biografischen Reihe widmen.

Geboren wurde er 1826 in München, zu einer Zeit also, als Caspar David Friedrich als wichtigster Vertreter der romantischen Malerei den bedeutendsten Teil seines Werkes, von der „Abtei im Eichwald“ bis zum „Wanderer über dem Nebelmeer“, bereits geschaffen hatte. Früh bereits zeigte sich sein großes zeichnerisches Talent, welches sein Lehrer Franz Dahmen (1793-1865), ein Porträtmaler und Lithograf, nach Kräften förderte.

Dennoch begann er nach dem Abitur 1846 zunächst ein Jurastudium, welches er jedoch, seiner Berufung folgend, nicht zum Abschluß brachte. 1852, im Alter von 26 Jahren, trat er dem Münchner Kunstverein bei, welcher sogleich einige seiner Werke in seine Ausstellung aufnahm. Es handelte sich bei diesen frühen Arbeiten vornehmlich um äußerst detaillierte Veduten in Aquarell und Öl der Straßen, Häuser und Plätze seiner Heimatstadt, welche von großem Wert für die Erforschung der Münchner Stadtgeschichte sind.

Neben diesen kaum mit Staffage versehenen Bildern schuf er in jenen Jahren auch einige Genreszenen. Hohe zeichnerische Genauigkeit und Formstrenge prägten diese biedermeierlichen Arbeiten, wobei er gerne auf niederländische Vorbilder zurückgriff. Mit der Zeit entwickelte er jedoch, geprägt durch (nicht mehr im Einzelnen dokumentierte) ausgiebige Reisen in das Alpenvorland, in die Schweiz und nach Südtirol, seinen typischen spätromantischen Landschaftsstil.

Dabei brachte er von den Reisen Zeichnungen und Aquarelle mit, welche später als Vorlagen seiner Gemälde dienten. Er malte nun freier, stimmungsvoller, malerischer, die strenge Zeichnung trat hinter die Gesamtwirkung zurück. Seine Motive waren bäuerlich geprägte Landschaften mit reicher Staffage, insbesondere winterlich verschneite Dörfer und Seen hatten es ihm angetan. „Winterliche Dorflandschaft“, „Winterliche Flußlandschaft“ oder „Wintervergnügen“ waren immer wieder auftauchende Bildtitel, daneben gab es Szenen der Ernte oder religiöser Ereignisse.

Nachdem Anton Doll 1887 in München starb, widmete der Münchner Kunstverein ihm eine Gedenkausstellung mit Arbeiten aus dem Nachlaß. Gemälde dieses begabten Künstlers sind heutzutage unter anderem in der Staatsgalerie Stuttgart und der Neuen Pinakothek in München zu besichtigen.

 

Verweise:

http://www.artnet.de/künstler/anton-doll/
https://www.richter-kafitz.de/anton-doll.html
https://www.hampel-auctions.com/artists.php?la=de&kid=373
https://www.dorotheum.com/de/k/anton-doll/
https://www.lempertz.com/de/kataloge/kuenstlerverzeichnis/detail/doll-anton.html
https://www.kettererkunst.de/bio/AntonDoll-1826-1887.php

Anton Doll - spätromantischer Landschaftsmaler der Münchner Schule https://art-depesche.de/images/Anton_Doll_Verschneite_Dorflandschaft.jpg Ruedi Strese