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Alexey Golovchenko „Sonnenaufgang“ (Öl auf Leinwand, 2018)

Berlin - Er selbst bezeichnet sich als „Sänger der russischen Natur“, und wenn wir die Augen schließen und dazu Bilder in unserem Geist entstehen lassen, könnten diese durchaus so ähnlich aussehen wie die Landschaften Alexej Golovchenkos. Bis zum 31. September zeigt die Galerie Ars Pro Dono im Prenzlauer Berg eine Auswahl der überaus liebenswerten Ölgemälde dieses russischen Freilichtmalers.

Er stammt aus Pensa an der Sura (einem Nebenfluß der Wolga), an dessen staatlicher Universität er 2008 sein Studium der bildenden Kunst abschloß. Schon seine Anfänge führten ihn vorzugsweise in die Natur, welcher sein Herz gilt, und hier sind es weniger die ausgedehnten Landschaften, welche die Romantiker so liebten, sondern die kleinen, verborgenen Orte, unscheinbare Szenerien, Paysages intimes. In dieser Hinsicht ist er ein Erbe der Schule von Barbizon.

Ein kleines Waldstück aus eigenwilliger Perspektive, eine von Bäumen umgebene Hütte, ein einzelnes Blümchen, ein blühender Zweig, Nadelbäume im Schnee, ein Hang in der Dämmerung - das sind Motive, die er liebt. Auch Tiere tauchen auf: Eulen, Gänse auf der Wiese und immer wieder Katzen, diese beliebten Begleiter ins Innere gewandter Menschen.

Der noch recht junge Golovchenko ist ein überaus produktiver Künstler. Eine russische Bildergalerie listet mehr als 2.000 seiner Werke. Geht dies zu Lasten der Qualität? Wenig, denn seine Malweise lebt von der Spontanität, dem raschen, lebendigen Farbauftrag. Hier steht er der impressionistischen Tradition nahe. Allerdings ist festzustellen, daß er im kleinen Format eine größere Sicherheit besitzt.

Neuere Arbeiten zeigen eine organische Entwicklung: die Palette hat sich deutlich erweitert, öfter entfernt er sich aus dem Bereich der erdigen, naturnahen Farbwahl, hin zum Lebhaft-Expressiven. Zudem entdeckt er die Fläche für sich. Ein kleines Stilleben mit einem Kaktus verläßt den hektischen Pinselduktus früherer Werke, wirkt weitaus ruhiger, erinnert in seiner nüchternen Art gar entfernt an Edward Hopper.

Eine ausgesprochen schöne Ausstellung eines Künstlers, welcher sich in der großen Tradition der Freilichtmalerei bewegt und dabei seine ganz eigene, liebevolle Ausdrucksweise gefunden hat. Für Freunde des Zaubers der kleinen Landschaft gewiß eine Entdeckung.

Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet hat sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr. Telefonisch erreichbar ist sie unter 030 / 66 86 81 36, per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Verweise:

https://www.arsprodono.de/?language=de&cPath=77_117&cat=c117_Alexej-Golovchenko-alexej-golovchenko.html
http://www.picture-russia.com/en/painter/2026
https://artnow.ru/en/artist-Golovchenko-Alexey-artworks-3-14898.html

Der Zauber des Augenblicks - Alexey Golovchenko in Berlin https://art-depesche.de/images/Sonnenaufgang.jpg Ruedi Strese