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Alexandre Perrier „Sturm in den Bergen, Regenbogen“ (Öl auf Leinwand, ca. 1900)

Berlin - Die bekanntesten Maler der frühen Schweizer Moderne waren Ferdinand Hodler, Giovanni Segantini, Cuno Amiet, Félix Vallotton und Giovanni Giacometti. All diese eint, daß sie sich mit einem starken Mut zur Farbe mit der heimischen Landschaft auseinandersetzten. Verwandt, doch weit weniger bekannt, ist Alexandre Perrier. Wer die zuvor Genannten schätzt, wird sicher auch zu Perriers Werk Zugang haben.

Geboren wurde er 1862 in Genf, wo er auch Kindheit und Jugend verbrachte. Nach der Beendigung der Schule war er für eine Zeit als Bankangestellter tätig, bis er 1881 nach Mülhausen ging, wo er sich zum Textildruckzeichner ausbilden ließ. Nichts Untypisches, denn zahlreiche Künstler der frühen Moderne kamen aus dem Kunstgewerbe.

1891 zog er nach Paris, um dort als Modezeichner zu arbeiten. Er war in Schweizer Künstlerkreisen um den Jugendstildesigner Eugène Grasset und den Schriftsteller Édouard Rod aktiv, befaßte sich mit den gerade blühenden Stilrichtungen wie Pointillismus, Symbolismus und Art Nouveau. Die Sommer verbrachte er oft malend in Genf und Obersavoyen, stellte bisweilen auch im Salon der Unabhängigen aus.

1900 nahm er noch an der Pariser Exposition Universelle teil, wo er eine Bronzemedaille errang, anschließend (andernorts heißt es auch: bereits vorher) ging er zurück in die Heimatstadt, wo er eine Stelle als Dozent bekommen hatte, und die bis zum Ende seines Lebens sein Wohnort blieb. Ferdinand Hodler, Cuno Amiet, Giovanni Giacometti und Albert Trachsel gehörten zu seinen Freunden.

1902 beteiligte er sich an einer Ausstellung der Wiener Secession, 1917 wurde er zum Präsidenten der Genfer Sektion der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA) gewählt; er starb 1936 bei einem Unfall, nachdem er eine Aufführung des Chaplin-Films „Moderne Zeiten“ gesehen hatte. Im Jahr darauf gab es umfassende Retrospektiven in Bern und Genf.

Hauptmotiv im Schaffen Perriers ist die Schweizer Bergwelt. Hier bediente er sich in seinem frühen Werk einer sehr durchdachten pointillistischen Tüpfeltechnik, später ging er zu einer freieren, eher expressiven Pinselführung über, die an Hodler und bisweilen auch Edvard Munch erinnert. Er war kein Freilichtmaler, sondern fertigte seine Gemälde im Atelier nach im Freien entstandenen Bleistiftzeichnungen und Pastellen. Pastellartig ist seine Farbwahl indes auch bei seinen Ölbildern; er betont das Zarte und Leichte.

 

Verweise:

http://www.artnet.de/künstler/alexandre-perrier/
https://www.kunstmuseum-so.ch/alexandre-perrier-1862-1936-2
https://www.invaluable.com/artist/perrier-alexandre-exsodztdjr/sold-at-auction-prices/
http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id158555-/news_detail.html?_q=

Alexandre Perrier - Pointillismus und Art Nouveau aus der Schweiz https://art-depesche.de/images/Tormenta_en_las_montaas_arcoris_Alexandre_Perrier.jpg Ruedi Strese