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Abay Chunchalinov „Regenwind“ (Acryl auf Leinwand, 120 x 310 cm)

Berlin - Den kasachischen Maler Abay Chunchalinov haben wir auf unserer Seite vor einiger Zeit bereits anläßlich einer Ausstellung in der Berliner Galerie Ars Pro Dono vorgestellt. Am selben Ort gibt es nun wieder Werke von ihm zu betrachten, und zwar eine ganze Gruppe neuer Arbeiten, welche tatsächlich als Serie konzipiert sind. „Steppenwind“ ist der treffende Titel der Schau, welche bis zum 30. November 2020 zu sehen sein wird.

Geboren wurde der Künstler, welche seine Bilder selbst mit „Suynshi“, kasachisch für „gute Nachricht“, zeichnet, 1970 in Tselinograd (zwischenzeitlich unter dem früheren Namen Akmola laufend, dann Astana, heute Nur-Sultan, nach dem langjährigen kasachischen Präsidenten Nursultan Nazarbayev).

Sein Kunststudium absolvierte er 1993 an der Kunstschule O. Tansykbayev in der damaligen Hauptstadt Almaty. In Kasachstan zählt er mittlerweile zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart, so war er unter anderem 2005 beim Projekt „Erbe der Ahnen“ führend, war 2006 an der Gestaltung einer Prachtstraße in Astana beteiligt, seit 2012 ist er Mitglied der Künstlervereinigung Kasachstans und 2017 war er an der internationalen Biennale in Astana beteiligt. Seine Arbeiten hängen im kasachischen Nationalmuseum ebenso wie in zahlreichen privaten Sammlungen im In- und Ausland.

Das Leben der Nomaden stand von jeher im Mittelpunkt der Arbeiten des auf dem Land aufgewachsenen Künstlers, der mit der weiten Steppe und den starken Pferden von früh an vertraut ist. „Steppenwind“ zeigt mit seinen von 2019-20 entstandenen Bildern nun ein Konzentrat dieses bevorzugten Themas in einem unverkennbaren, expressiv-fantastischen Individualstil.

Mehrere Einzelgemälde und zwei Triptychen gehören zum Programm. Wir sehen Pferde mit ihren Reitern, eine Gruppe von Windhunden, Huskies, Wölfe und die zur Jagd von den Nomaden eingesetzten Adler. Die Gesichter der Menschen sind stilisiert, kaum erkennbar, die Tiergesichter weisen oft mehr Schärfe auf.

Das Hauptmotiv ist jedoch vielleicht nicht das Tier oder der Reiter, sondern die Dynamik selbst. Alles ist permanent in Bewegung, es rennt, es stürmt, es fliegt. Blasses Rosa, Violett, Braun, Ocker sind die vorherrschenden Farben dieser entfesselten Steppenstürme. „Kokpar“ ist übrigens die Replik eines im Nationalmuseum in Almaty ausgestellten Werkes des gleichen Künstlers, es zeigt drahtige junge Männer, wie diese sich während der traditionellen Spiele zu Pferd im Kampf um einen Ziegenbock beweisen.

Ergänzend zu den neuen Werken gibt es drei Gemälde, welche sich bereits in den Beständen der Galerie befanden und andere Seiten, auch andere Farben zeigen, stellvertretend sei das verträumte „Abend“ genannt, welches uns anläßlich der damaligen Vorstellung bereits als Titelbild diente. Die Vernissage wird am 9. Oktober, 19 Uhr, in den Räumen der Galerie stattfinden.

Die Kunstgalerie Ars Pro Dono zeigt regelmäßig Ausstellungen von Kunst aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Sie befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin. Geöffnet hat sie von Montag bis Freitag 10-19 Uhr und am Sonnabend von 11-16 Uhr. Telefonisch erreichbar ist sie unter 030-66868136.

 

Verweise:

https://art-depesche.de/malerei/485-nomaden-–-werke-zweier-kasachischer-maler-in-der-galerie-ars-pro-dono.html
https://www.arsprodono.de/

Steppenwind - Neue Gemälde von Abay Chunchalinov https://art-depesche.de/images/Regenwind.jpg Ruedi Strese