static-aside-menu-toggler
gkSearch
Leonhard Rausch „Ansicht eines Sees“ (Öl auf Leinwand, ca. 1853/54)

Berlin - Zahlreiche Künstler der Düsseldorfer Malerschule haben wir unseren Lesern bereits in kurzen Lebensbeschreibungen vorgestellt, und doch nur einen Bruchteil, aus welchem indes bereits ersichtlich wird, wie gewaltig die Zahl der begnadeten Künstler im Umfeld der Düsseldorfer Kunstakademie im 19. Jahrhundert gewesen sein muß. Ein weiterer fähiger Mann, über dessen Leben wir heute nicht mehr viel wissen, der uns in seinem Werk jedoch als Schöpfer stimmungsvoller Landschaften entgegentritt, war Leonhard Rausch.

Geboren wurde er 1813 in Jülich, war somit Generationsgenosse des frühen Realisten Adolph von Menzel wie des Spätromatikers Andreas Achenbach. Er studierte 1829/30 sowie von 1839-41 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Der berühmte Erneuerer der Landschaftsmalerei Johann Wilhelm Schirmer (1807-1863) lehrte dort; er stammte aus dem selben Ort wie Rausch und wurde ihm künstlerischer Lehrmeister und persönlicher Freund. Weitere Lehrer Rauschs an der Akademie waren der Historienmaler, Grafiker und Kunstschriftsteller Rudolf Wiegmann sowie der Kupferstecher Joseph von Keller.

In den 1840er Jahren erlangte er in Aachen Bekanntheit mit Stichen historisch bedeutender Plätze und Bauwerke; allerdings ließ er von den druckgraphischen Verfahren nach einiger Zeit wieder ab, da seine Augen unter der Ätzung litten.

Als 1848 der Düsseldorfer Künstlerverein „Malkasten“, der dienstälteste bis heute bestehende Künstlerverein, ins Leben gerufen wurde, war auch Rausch mit von der Partie; allerdings verließ er diesen 1870 wieder.

Zahlreiche Reisen führten ihn insbesondere in die Tiroler und Schweizer Alpenregion; die aufgrund dieser entstandenen Landschaftsgemälde stehen in der spätromantischen Tradition, verbinden diese mit naturalistischer Genauigkeit. Auch Frankreich bereiste er, Ausstellungen hatte er in Besançon sowie Antwerpen. An den Ausstellungen des 1823 gegründeten Kunstvereins Bremen, welcher auch bis heute besteht und somit zu den ältesten seiner Art (nicht zu verwechseln mit einem Künstlerverein) zählt, war er zwischen 1843 und 1890 17mal beteiligt.

Der Arzt, Politiker, Dichter und Kunstkritiker Wolfgang Müller von Königswinter soll Rauschs Schaffen ob seiner naturnahen  Darstellungsweise in der Landschaftsmalerei sehr geschätzt haben. Neben den reinen Landschaften malte Rausch Bildnisse sowie für uns heute sehr interessante Darstellungen industrieller Anlagen. Im Besitz des Museums Ratingen befinden sich die in Öl übertragene „Schüttesche Papierfabrik an der Anger“ (1860) sowie die „Bagelschen Papierfabrik“. Rausch starb 1895 in Düsseldorf.

 

Verweise:

https://www.lokalkompass.de/ratingen/c-kultur/neues-gemaelde-fuer-das-museum-ratingen_a980994
http://www.artnet.de/künstler/leonhard-rausch/
https://www.dorotheum.com/de/l/1575253/
https://www.lintorfer.eu/ratinger-papiermuehle-als-gemaelde-im-museum/

Leonhard Rausch - zwischen Romantik und Industriezeitalter https://art-depesche.de/images/Leonhard_Rausch_View_of_a_Lake.jpg Ruedi Strese