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Berlin - Eugen Felix Prosper Bracht wurde 1842 in Morges im Schweizer Kanton Waadt geboren und starb 1921 in Darmstadt. Sein thematischer Schwerpunkt war die Landschaftsmalerei, wobei er stilistisch eine Entwicklung von romantisch geprägten Frühwerken über stimmungsvollen Realismus hin zu mystischem Symbolismus und zuletzt zu einer impressionistisch beeinflußten Malweise hinlegte. Hatte er etwa 1883 sich hauptverantwortlich für die Landschaftspartien des Panoramas „Die Schlacht von Sedan" des wilhelminischen Hofmalers Anton von Werner gezeichnet, lieferte er 1889 mit „Das Gestade der Vergessenheit“ eins der, neben Böcklins „Toteninsel“, bedeutendsten deutschen symbolistischen Gemälde, um zum Ende seines Lebens die sächsische Landschaft aus einer impressionistischen Betrachtungsweise festzuhalten.

Von 1880-81 bereiste er mit Carl Coven Schirm, ebenfalls Landschaftsmaler, sowie dem Orientmaler Adolf von Meckel zu Studienzwecken Syrien, Palästina und Ägypten. Seine Werke aus dieser Zeit gehören zu den Glanzstücken der Orientmalerei.

Bereits 1879 hatte ihn die Idee fasziniert: „Als ich am Sandborn den lachsfarbenen Sand malte, da musste ich immer denken es sei ein Stück in Aegypten und obendrüber rage ein Stück Sphinxkopf oder eine ferne Pyramide - oder die sandverwehten Berghänge am Nil drüber hinaus. Ob es nicht das Gescheiteste wäre, einmal dort zu einigen monumentalen Bildern den Stoff und die Begeisterung zu holen.“

Beeinflußt hatten ihn dabei wohl auch bereits die französischen Impressionisten, mit deren Kolorismus, dem Vorrang von Farbe und Licht vor der zeichnerischen Gestaltung, er sich eingehend beschäftigte, ohne ihn wirklich zu übernehmen. In diesem Zusammenhang schien ihm Ägypten als Land von Sonne und Licht besonders interessant. Dabei ging es ihm keineswegs um exotische Experimente, sondern um eine Fortsetzung seines bisherigen Schaffens; in der Ferne suchte er weiterhin das Vertraute: „Daß ich 1880 nach Syrien reiste, geschah in der Zuversicht, auch dort etwas orientalische Heide zu treffen, und dieser Umweg über Palästina und den Sinai sollte mich merkwürdigerweise wieder nach dem Ausgangspunkt Berlin zurückführen.“

Stets begleitete ihn die Kamera; die Themen seiner Orientbilder waren Architektur, Beduinen, Kamele und die Vegetation, wenige der Werke sind ausschließliche Landschaftsbilder. Die Arbeiten verbinden einen klaren Blick, Detailgenauigkeit und ein Gespür für Stimmungen. Von den ersten Versuchen ausgehend, die sich noch zaghaft dem Ungewohnten nähern, und in denen die Figuren oft Beiwerk sind, gelang es ihm mehr und mehr, eine Einheit von Landschaft und darin zu sehenden Personen zu erzielen, was sich auch in seinen späteren Darstellungen heimischer Landschaften niederschlug.

Die Bilder seiner ersten Orientreise wurden für ihn ein großer kommerzieller Erfolg, nicht zuletzt Dank der Verbindung exotischer Motive mit einer eher konservativen Malweise. „Abenddämmerung am Toten Meer", „Sinai“ oder „Mondnacht in der Wüste“ seien als Beispiele genannt. Vorerst blieb er der wirklichkeitsnahen, stofflichen Darstellung und klaren Konturen verpflichtet, einer impressionistischen Malweise sollte er sich erst ab 1902 bedienen. Bei einer zweiten Orientreise 1891/92 wagte er sich mit seinen Schöpfungen wie „In der Gräberschlucht von Petra“ diesbezüglich bereits weiter vor. Allerdings konnte er den Erfolg der ersten Reise nicht wiederholen und wandte sich wieder den heimischen Landschaften zu.

 

Quellen:

http://dresden.stadtwiki.de/wiki/Eugen_Bracht
http://www.oel-bild.de/Kuenstler/Bilder/Gemaelde/Eugen--Bracht.htm
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kultur/gedankenmalerei-eine-ausstellung-ueber-eugen-bracht-und-seine-kuenstlerische-entwicklung-im-museum-giersch-1257786.html

Die Orientgemälde des Eugen Bracht - Ein deutscher Maler am Sinai https://art-depesche.de/ Ruedi Strese