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Yuma Radne „Burjatische Venus“ (ursprüngliche Version, Öl auf Leinwand, 2019-2020)

Berlin - Zum Jahreswechsel präsentiert die unseren regelmäßigen Lesern bereits gut bekannte Berliner Galerie Ars Pro Dono, spezialisiert auf Kunst aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion, für gewöhnlich eine Auswahl ihrer Bestände. Das ist dieses Jahr teilweise anders, denn recht spontan ist eine bemerkenswerte Neuentdeckung ins Programm gefallen, die noch blutjunge, aber unbestreitbar talentierte burjatische Malerin Yuma Radne. Ansonsten gibt es Bekanntes und Bewährtes.

„Letzter Sommer“ ist der Titel der Schau, welche bis zum 30. Januar 2021 gehen soll. Im Mittelpunkt, wie gesagt, die Gemälde Yuma Radnes. Geboren wurde diese 2001 in der burjatischen Hauptstadt Ulan-Ude. Ihre Werke sind von der burjatischen Kultur geprägt, von folkloristischen Legenden und spirituellen Bezügen.

Dabei bedient sie sich eines rauhen Stils, der sich als traditionell verwurzelt, rauschhaft, expressiv beschreiben läßt. Schönheit und Häßlichkeit, Traurigkeit und Humor gehen Hand in Hand. Gefühlvoll Ausgearbeitetes steht neben absichtlich Unfertigem. Das Triptychon „Burjatische Venus“ setzt Botticellis Venus in einen zentralasiatischen Rahmen, bei „Jekhor“ wird die Volkserzählung der Schwanenmenschen mit hintergründigem Humor verarbeitet. Diese Künstlerin werden wir auf jeden Fall im Auge behalten, eine kleine Fragerunde ist vorgesehen!

Kommen wir nun zu den Werken aus den Beständen der Galerie. Bekannt ist unseren Lesern schon ein Landsmann Yuma Radnes, Evgenij Bolsoboev, Vorsitzender des Burjatischen Künstlervereins in Ulan-Ude. Seine archaisch-kraftvollen Bronzen widmen sich schamanischen Themen; man sollte sie gesehen haben.

Ein alter Bekannter ist auch der Ukrainer Leonid Bagry mit seinem tonigen, expressiven Stil zwischen Figuration und Abstraktion. Eng mit Bagry befreundet ist Ekaterina Biletina, von ihr sind Bilder aus zwei Serien im Programm, die sich mit den Tageszeiten und den Elementen in Frauengestalten auseinandersetzen. Auch hier ist ein stark folkloristischer Einschlag festzustellen.

Aus Moldau stammt Vadim Palarmaciuc, von ihm sehen wir zwei Großgemälde („Zirkus“ und „Starten des Luftschiffes“), irgendwo zwischen Tradition, Expressionismus und Surrealismus, die eine gewisse, sicher unbeabsichtigte, Stilähnlichkeit, zu der wilderen Strömung innerhalb der „Leipziger Schule“ aufweisen.

Ein einzeln stehendes Glanzlicht ist die „Fischerin“ von Pirgeldi Shirov. 2008 bereits entstand das recht große Ölbild, welches sich zur Darstellung einer Fischereiszene am Jennissej einer impressionistischen Malweise bedient. Die Grundlage bildete ein altes Foto von etwa 1900. Wohl das beste Bild der Ausstellung.

Angekündigt ist noch eine Beteiligung des georgischen Priesters und Malers Andria Natsvlishvili. Diese Bilder sind jedoch noch auf Reisen. Gegebenenfalls werden wir hier noch einmal gesondert auf sie eingehen.

Die Kunstgalerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin. Geöffnet hat sie von Montag bis Freitag 10-19 Uhr und am Sonnabend von 11-16 Uhr. Telefonisch erreichbar ist sie unter 030-66868136.

 

Verweise:

https://www.arsprodono.de/shop_content.php?coID=3210127
https://www.yumaradne.com/
https://www.facebook.com/New-Art-Archpriest-Andria-Natsvlishvili-732714990103746/

Yuma Radne und einige alte Bekannte in Berlin https://art-depesche.de/images/Burjatische_Venus.jpg Ruedi Strese