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Georg Anton Rasmussen „Norwegische Fjordlandschaft“ (Öl auf Leinwand)

Berlin - Ansichten norwegischer Fjorde erfreuten sich eine Zeitlang einer gewaltigen Beliebtheit, und sie sollten unzählige Stuben schmücken. Dieser große Bedarf führte zu einer Inflation oft großformatiger Ölgemälde minderen Ranges, die doch weit mehr dem Kunsthandwerk als der Kunst zuzurechnen sind, und in Folge zu einem unbestreitbaren Imageschaden des Motivs, welches unter pauschalem Kitschverdacht landete. Das sollte jedoch den Blick nicht soweit trüben, zu übersehen, daß es Künstler gab, die sich auf höchstem Niveau mit den norwegischen Küstenlandschaften auseinandergesetzt haben. Neben Adelsteen Normann und Anders Askevold ist hier vor allem Georg Anton Rasmussen zu nennen.

Geboren wurde er 1842 in Stavanger, nahm zunächst in Bergen bei dem Tier- und Landschaftsmaler Anders Askevold Unterricht. Der nur einige Jahre ältere Askevold (1834-1900) seinerseits war ein Vertreter der spätromantischen Düsseldorfer Malerschule und machte sich vor allem mit Fjorden und Tierporträts einen Namen. Ein weiterer Lehrer in Bergen war der Landschaftsmaler und Lithograph Johan Ludvig Losting (1810-76), der einen eher einfachen romantischen Stil vertrat.

1863 zog Rasmussen nach Kopenhagen, wo er die Königliche Kunstakademie besuchte und ergänzend Kurse bei dem ebenfalls auf Landschaften spezialisierten Frederik Rohde (1816-86) belegte. Von 1864 bis 1867 schließlich studierte er an der immer noch glänzenden Düsseldorfer Kunstakademie bei dem großen spätromantischen Landschafter Oswald Achenbach (1827-1905), dem jüngeren Bruder Andreas Achenbachs (1815-1910). Ein wesentlicher Einfluß für Rasmussen wurde auch sein berühmter Landsmann Hans Gude (1825-1903), der ebenfalls in Düsseldorf lehrte.

Mit seinen Booten und Siedlungen vor Fjorden unter wolkenbedecktem Himmel mit meisterhafter Beherrschung der Lichtverhältnisse wurde er in Deutschland so erfolgreich, daß es in Folge sein Lebensmittelpunkt bleiben sollte, wobei er die Sommer in Erwartung fjordhungriger Touristen in Norwegen verbrachte. Dieses Publikum dürfte es gewesen sein, welches ihn auch ab etwa 1870 zu seiner thematischen Einseitigkeit „inspirierte“, was kritische Kritiker gerne kritisch sehen, obgleich es doch immer eine gewisse Qualität gibt, welche seine Werke von den Abziehbildern manch anderer Maler abheben. Sie wurden oft kopiert und auch vielfach als Öldrucke reproduziert.

Seinen Wohnsitz behielt er bis 1899 in Düsseldorf, von 1868 bis 1900 war er auch als Mitglied des bis heute bestehenden Künstlervereins „Malkasten“ verzeichnet, dann zog er nach Berlin. Hier blühte gerade die Berliner Secession, von welcher er sich allerdings fernhielt. Dennoch verarbeitete er, angeregt wohl durch Adelsteen Normann, zeitgenössische Einflüsse, namentlich die Spachteltechnik und an den Impressionismus grenzende kräftige Farben.

In Berlin verstarb Rasmussen 1914 dann auch. Seine Gemälde sind heute u.a im Schifffahrtsmuseum Bremerhaven, in der Dresdener Gemäldegalerie, der Dänischen Nationalgalerie und natürlich dem Kunstmuseum Düsseldorf zu sehen.

 

Verweise:

https://www.lempertz.com/de/kataloge/kuenstlerverzeichnis/detail/rasmussen-georg-anton.html
https://www.dorotheum.com/de/k/georg-anton-rasmussen/
https://www.kettererkunst.de/kunst/kd/details.php?obnr=113000108&anummer=402&detail=1
http://www.artnet.com/artists/georg-anton-rasmussen/
https://art-depesche.de/malerei/200-hans-andersen-brendekilde-–-skandinavische-freilichtmalerei.html

Georg Anton Rasmussen - Norwegens Fjorde zwischen Romantik und Impressionismus https://art-depesche.de/images/Norwegische_Fjordlandschaft.jpg Ruedi Strese