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Karl Nordström „Boote an der Klippe“ (Öl auf Leinwand, 1911)

Berlin - Die späte skandinavische Nationalromantik um 1900 knüpfte zwar durchaus noch an die deutsche Romantik an, nahm aber bereits Einflüsse der frühen Moderne, insbesondere von Impressionismus und Symbolismus auf. In der Musik denken wir dabei an Grieg, Nielsen und Sibelius, in der bildenden Kunst fallen uns beispielsweise Theodor Kittelsen und Richard Bergh ein, oder eben Karl Nordström, dessen Leben und Bedeutung wir uns an dieser Stelle widmen möchten.

Wie andere Menschen auch wurde Nordström geboren, und zwar 1855 als Sohn eines Polizeikommissars auf einem Landgut auf der an der schwedischen Westküste gelegenen Insel Tjörn. 1875 wurde er Schüler an der Zeichenschule der Schwedischen Kunstakademie in Stockholm; sein bedeutendster Lehrer war der akademische Historien-, Porträt- und Genremaler Edvard Perséus, seinerseits ein früherer Schüler der Düsseldorfer Kunstakademie sowie Carl von Pilotys.

Von 1880 bis 1882 hielt er sich in Frankreich und Belgien auf, wo er sich auf eigene Faust weiterbildete. Prägend wurde die Begegnung mit dem Impressionismus auf der Siebenten (und vorletzten) Ausstellung der damals bereits einigermaßen anerkannten Impressionisten in Paris 1882.

Wohl im Sommer des selben Jahres hielt er sich mit einigen anderen skandinavischen Künstlern wie Carl Larsson und Christian Krohg in der Freilichtmalerkolonie Grez-sur-Loing auf. Zu lesen ist auch von der Zulassung zweier seiner Bilder zum Pariser Salon, hier wird als Zeit das Frühjahr 1882 wie auch das Jahr 1886 angeboten, vermerken wir dies also unter Vorbehalt (vielleicht ist auch beides wahr, da auch noch von einem späteren Aufenthalt 1885 geschrieben wird). Nach einer Zeit in der Normandie kehrte er schließlich 1882 nach Schweden zurück.

In Schweden widmete er sich der Verbreitung seiner neuzeitlichen Ideen, unter anderem trat er als einer der Mitstreiter der Künstlergruppe „Opponenterna“ („Widersacher“) hervor, welche sich den Bruch mit akademischen Konventionen auf die Fahnen geschrieben hatten. Ein Schreiben der Gruppe an die Akademie forderte eine Modernisierung von Kunsterziehung, Ausstellungswesen und Künstlerförderung.

1885(86?) heiratete er die Xylografin Tekla Lindeström, welche er in Grez-sur-Loing kennengelernt hatte; die aus der Ehe hervorgegangene Tochter Elsa sollte ebenfalls Malerin werden. Seine Lebenszeit verbrachte er abwechselnd in Stockholm sowie auf der Insel Tjörn. Um Nordström bildete sich eine kleine Künstlergruppe, die Varberg-Schule, welcher auch Nils Kreuger und Richard Bergh angehörten.

Nordström war einer der Mitbegründer und von 1896-1920 Vorsitzender des Schwedischen Künstlerbundes. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er auch als Lehrer an dessen Kunstschule tätig. Ab etwa 1910 nahm er vermehrt Einflüsse Gauguins, van Goghs und des Japonismus auf, verarbeitete gleichzeitig dezidiert schwedisch-nationale Themen. Die in dieser Zeit enstandenen Bilder schwedischer Küstenlandschaften stellen den markantesten Teil seines Werkes dar.

Nach der Auflösung des Künstlerbundes 1920 reiste er gemeinsam mit seiner Frau noch einmal nach Frankreich, obgleich er bereits seit langer Zeit an gravierenden gesundheitlichen Problemen litt. Diese führten 1923 zu seinem Ableben; beigesetzt wurde er auf dem Norra Begravningsplatsen in Stockholm. Seine Werke sind unter anderem im Göteborger Kunstmuseum und im Schwedischen Nationalmuseum in Stockholm zu sehen.

 

Verweise:

http://www.artnet.com/artists/karl-nordström/
http://emp-web-84.zetcom.ch/eMP/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&lang=en
http://emp-web-34.zetcom.ch/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&lang=en
https://www.britishmuseum.org/collection/term/BIOG40307
https://www.mutualart.com/Artist/Karl-Nordstrom/1E0108222A8E8A77/Artworks

Karl Nordström - schwedischer Landschafter der frühen Moderne https://art-depesche.de/images/Boote_an_der_Klippe.jpg Ruedi Strese