Andria Natsvlishvili „King Flower“ (Öl auf Leinwand, 100 cm x 80 cm)

Berlin - Ein malender orthodoxer Priester aus Georgien: das ist für sich bereits eine Meldung wert, denkt sich der Journalist. Aus beruflichen Gründen. Diese Gemälde sind ausgesprochen originell und hochwertig, denkt sich der Kunstfreund. Aus ehrlicher Bewunderung. Die unseren Lesern bereits bestens bekannte Galerie ARS PRO DONO hat nun diesen Künstler, er heißt übrigens Andria Nastvlishvili, in ihr Programm aufgenommen und stellt ihn in der Einzelausstellung „Skurrile Welten“ vor. Vom 1. März bis 25. April 2021werden die Bilder zu sein. Hier nun unser Bericht.

Beginnen wir mit den üblichen biographischen Angaben. Geboren wurde Natsvlishvili 1955 und begann in frühen Jahren mit der Malerei, auch durchlief er eine professionelle künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Akademie der Künste Tiflis und am Moskauer Kunstinstitut, lange, bevor er sich der Kirche zuwandte, denn dies geschah 1995 während einer kreativen Auszeit, und 2002 wählte er ein Leben als Geistlicher. Im Jahr 2011 scheint ihn die alte Leidenschaft gepackt zu haben, er nahm wieder den Pinsel zur Hand, und 2013 begann er eine regelmäßige Ausstellungstätigkeit, größtenteils in seinem Heimatland.

Nun haben wir also in Berlin die Gelegenheit, die Werke des Künstlers zu betrachten. Es handelt sich vorläufig um eine Reihe von Ölgemälden; weitere ähnlicher Art sowie einige Arbeiten auf Papier sind noch auf der Anreise und werden hoffentlich bald eintreffen.

Ein ausgeprägter Individualstil ist auf allen Bildern festzustellen, Rückgriffe auf Renaissance und Manierismus von Giuseppe Arcimboldo bis Hieronymus Bosch lassen sich ebenso vermuten wie eine gewisse Verwandtschaft zum Surrealismus, welche sich vor allem in der traumhaften, magischen Atmosphäre zeigt, wenn auch die Stoßrichtung eine andere sein mag.

Das Fließende, Schillernde, wie es sich in der Weise nur mit Ölfarben erreichen läßt, erinnernd an Ölgebilde auf Pfützen, ist wohl mehr als nur malerisches Mittel. Manche Bilder erscheinen zunächst als wahre Farbwirbel, die bei genauerer Betrachtung immer mehr Details erkennen lassen, teils organisch, teils technisch anmutende Gebilde.

Bewußt gewählter Symbolgehalt oder traumähnlicher Fluß der Inspiration? In näherer Zukunft ist für unsere Seite ein kleines Interview mit Andria Natsvlishvili vorgesehen, wo wir hoffentlich mehr erfahren werden. Wir sind gespannt!

Es gibt ja derzeit aus bekannten Gründen kaum Ausstellungen, diese ist eine der wenigen und dazu noch sehr empfehlenswert. Schauen Sie auf jeden Fall einmal vorbei. Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet hat sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr.

 

Verweise:

https://www.arsprodono.de/
https://www.saatchiart.com/account/profile/1150262
https://www.facebook.com/Andria-Natsvlishvili-ანდრია-ნაცვლიშვილი-659740517377462/
https://www.instagram.com/andrianatsvlishvili/?fbclid=IwAR1jQL_chcSAWpJuRfS-y1-ax89XiFsNsOKIvxV_h8FMHV7Qx1foGatChZM
https://www.facebook.com/New-Art-Archpriest-Andria-Natsvlishvili-732714990103746
https://www.dragos-serban.ro/arta-lui-andria-natsvlishvili.html

Gemälde des Erzpriesters Andria Natsvlishvili zu Gast in Berlin https://art-depesche.de/images/King_Flower.jpg Ruedi Strese
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