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Andria Natsvlishvili „Gewitter“ (Öl auf Papier, 2020)

Berlin - Die Galerie Ars Pro Dono, spezialisiert auf Kunst aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion und Osteuropas, ist zu einer festen Größe in der Berichterstattung der ART DEPESCHE geworden. Bereits zwei als Kunstfestivals bezeichnete Gruppenausstellungen hat man veranstaltet, das dritte hatte eigentlich 2020 stattfinden sollen, war jedoch wegen der Corona-Einschränkungen verschoben worden, nun geht es doch endlich los. Vom 3. Maibis zum 29. Juli 2021 werden rund 100Kunstwerke verschiedenster Bereiche zu sehen sein. Wir haben uns für unsere Leser umgeschaut ...

Aufgeteilt ist das Programm in die drei Kategorien Malerei, Graphik und Skulptur. Beginnen wir heute mit der Malerei. Kürzlich erst mit einer Einzelausstellung vertreten war der georgische Priester Andria Natsvlishvili. Mit seinem ausgeprägten magischen Individualstil ist er für den Verfasser der erhabenste Künstler der Ausstellung, von den drei Gemälden (Öl auf Papier) sollte man insbesondere „Gewitter“ einmal gesehen haben.

Ein alter Bekannter in der Galerie ist Abay Chunchalinov aus Kasachstan. Seine Gemälde behandeln zum einen traditionelle Themen des nomadischen Lebens, zum anderen gibt es recht sinnliche Frauenporträts. Seine Farben sind zumeist kräftig, oft außerordentlich leuchtend. Eine Überraschung stellt hingegen die armenische Künstlerin Jemma Mkheian dar. Ihre sehr pastos aufgetragenen Bilder, zwei Landschaften und ein Stilleben in erdigen Farben, lassen eine unbändige Energie erkennen.

In den Bereich der Abstraktion gehen die Bilder der Ukrainerin Valentina Kozyar. Ein Gespür für Farbwirkung läßt sich ihnen nicht absprechen. Verwandt im Ansatz sind die blau-roten Eruptionen einer mir bislang unbekannten tschechischenKünstlerin, Karla Stiborkova. Neu im Programm ist auch Lana Turmandze aus Georgien, auch hier haben wir es mit sehr dekorativen Arbeiten im Bereich der gegenstandslosen Malerei zu tun.

Den Ukrainer Vasiliy Yolokhov mit seinen Ansichten Berlins hatten wir unseren Lesern in der Vergangenheit bereits ausgiebig vorgestellt. Seinen frühen fröhlich-impressionistischen Arbeiten folgte eine von Ernst Ludwig Kirchner beeinflußte Phase. Auch in den neuesten Werken geht es um Berlin, dieReiterskulptur der Amazone im Tiergarten oder die Löwen vor dem Tierpark Berlin werden thematisiert. Stilistisch wagt er sich diesmal allerdings weiter in experimentelle Gefilde.

Sehr interessant sind vier Ölgemälde der für mich ebenfalls neuen Künstlerin Živilė Vaičiukynienė. Ihre Leinwände zeigen auf den ersten Blick von verschiedenen Grautönen dominierte, gesteinsartige Sprenkelmuster, aus denen sich bei genauerem Hinsehen durchaus melancholisch zu nennende Figurenbilder ergeben.

Der Georgier Gocha Ginturi ist vor allem Graphiker, hier jedoch auch mit zwei Damenporträts vertreten. Diese sind in Schwarz, Weiß und Grau gehalten, aus am Divisionismus orientierten recht gleichmäßigen Pinselstrichen zusammengesetzt, und versprühen den Charme von Fotografien aus alten Illustrierten.

Mit den graphischen und bildhauerischen Arbeiten wird es hier in den nächsten Tagen weitergehen. Erwähnt sei noch, daß die Galerie Ars Pro Dono die teilnehmenden Künstler dieses Festivals nicht nur von einer professionellen Jury beurteilen lassen wird, sondern auch die Besucher der Ausstellung ihr liebstes Werk für einen Publikumspreis vorschlagen dürfen. Jeder ist zur Teilnahme eingeladen! Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet ist sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr.

 

Verweise:

https://www.arsprodono.de/
https://art-depesche.de/interview/735-kunst-und-glauben-andria-natsvlishvili-im-interview.html
https://art-depesche.de/malerei/567-vasiliy-yolokhov-neue-berliner-ansichten.html
https://art-depesche.de/malerei/687-steppenwind-neue-gemälde-von-abay-chunchalinov.html

Das III. Kunstfestival der Galerie Ars Pro Dono, Teil 1: Malerei https://art-depesche.de/images/Gewitter.jpg Ruedi Strese